Freie CMS-Lösungen für Unternehmen

Wolfgang Sommergut ist Betreiber der Online-Publikation WindowsPro.
Im riesigen Angebot freier Content-Management-Systeme (CMS) haben einige Projekte einen hohen Reifegrad erreicht. Damit empfehlen sie sich oft als Alternativen zur teuren kommerziellen Konkurrenz.

Kaum ein Softwaremarkt ist so stark fragmentiert wie jener für Web-CMS, wo sich zahlreiche kleine Anbieter tummeln. Hinzu kommen mehrere Dutzend, wenn nicht Hunderte freie Alternativen. Auch wenn in den letzten Jahren mehrere kommerzielle Anbieter aufgekauft wurden, lässt die immer wieder prognostizierte Konsolidierung des CMS-Marktes weiter auf sich warten.

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  • dass das Angebot an freien CMS sehr groß ist;

  • welche technischen Anforderungen ein System für den professionellen Einsatz erfüllen sollte;

  • welche anderen Kriterien bei freier Software noch eine Rolle spielen. Dazu zählt die Verfügbarkeit von professionellem Services, Dokumentation oder eine erweiterungsfähige Architektur.

Typo 3 gilt als eines der funktionsreichsten, aber auch kompliziertesten freien Web-CMS. Es basiert auf PHP.

Ein Grund dafür ist sicher, dass konfektionierte CMS-Lösungen fast nie den Anforderungen eines Unternehmens genügen. Vielmehr entfällt ein großer Teil solcher Projekte auf die Anpassung und Erweiterung von Standardprodukten. Laut CMS Watch erzielen die großen Enterprise-CMS-Anbieter 60 bis 70 Prozent ihrer Einnahmen mit Dienstleistungen - und das, obwohl sich die Lizenzkosten kommerzieller Systeme oft im sechsstelligen Bereich bewegen.

Eine solche Konstellation aus hohen Anschaffungskosten für Software und großem Serviceanteil bietet günstige Voraussetzungen für Open-Source-Alternativen. Das Geschäftsmodell von Firmen in diesem Umfeld konzentriert sich zumeist auf Dienstleistungen. Außerdem bieten freie Systeme in einem Markt mit vielen kleinen Anbietern unter Umständen mehr Investitionssicherheit. So sind einige Softwarehäuser, die mit Web-Tools in der Dotcom-Zeit Furore machten, mittlerweile verschwunden.

Allerdings führt der Weg zu einem quelloffenen CMS über einige Hürden. Die durchweg kleinen Dienstleister sind in der Regel auf ein Produkt spezialisiert und können bei der Auswahl des richtigen Systems nicht helfen. Andererseits reicht es bei Open-Source-Alternativen nicht aus, ein System zu finden, das die erforderlichen Funktionen bietet. Vielmehr müssen zusätzliche Kriterien beachtet werden, etwa wie groß und aktiv die betreffende Community ist, wie viele professionelle Dienstleister existieren, ob eine ausreichende Dokumentation vorliegt oder ob das System auf einer erweiterungsfähigen Architektur beruht.

Eine wesentliche Rolle spielt zudem die Wahl der richtigen Plattform. Neben den üblichen Faktoren (vorhandene Kenntnisse und Infrastruktur) kommt bei freien Web-CMS ein spezifischer Aspekt hinzu: Projekte auf Basis von Scriptsprachen wie PHP und Python entstanden in der Mehrzahl schon früher und haben gegenüber den meisten Java-Systemen einen erheblichen Entwicklungsvorsprung. Umgekehrt bietet Java jedoch im Enterprise-Umfeld einige wesentliche Vorteile.