CeBIT

Ford bringt Focus mit Multimedia-System Sync nach Europa

02.03.2011
Ford will seine neuen Focus-Modelle mit dem Infotainment-System "Sync" ab 2012 auch in Europa auf den Markt bringen.
Ford-CEO Alan Mulally
Ford-CEO Alan Mulally
Foto: Ford

Alan Mulally, Chef der Ford Motor Company, kündigte den Europastart am Dienstag persönlich auf der CeBIT in Hannover an. Am selben Tag eröffnete in Genf auch der Autosalon. Er habe die Einladung, auf der CeBIT eine Keynote-Rede zu halten, sehr gerne angenommen, sagte Mulally der Deutschen Presse-Agentur dpa. Damit werde auch unterstrichen, dass Ford ein Technologie-Unternehmen sei.

Mit Sync lassen sich zahlreiche Funktionen per Sprachbefehl bedienen. Eingehende Textnachrichten liest das System auf Wunsch auch vor. In den USA habe Ford bereits drei Millionen Kunden gewonnen, sagte Mulally. Bis 2015 wolle man insgesamt zwei Millionen Focus-Modelle mit Sync in Europa verkaufen. Mehr als 80 Prozent der Kunden, die Sync bereits nutzten, würden das System auch weiter empfehlen. Mittlerweile gehöre Sync bei den Kunden zu einem von vier Gründen für eine Kaufentscheidung.

Ford-Focus-Interieur mit Sync-Technik
Ford-Focus-Interieur mit Sync-Technik
Foto: Ford

Die Spracherkennung basiert auf der Technologie von Nuance Communication und versteht inzwischen mehr als 10.000 Sprachbefehle. Über einen in der Konsole integrierten Media-Hub lassen sich externe Datenträger über USB-Anschluss und SD-Kartenslot laden. Über das Lenkrad sollen sich damit Musik abspielen, Rufnummern wählen und zum Beispiel die Klimaanlage steuern lassen. Über ein Touch-Display lassen sich weitere Funktionen nutzen. Bei einem Unfall wird automatisch die lokale Notrufzentrale kontaktiert. Das System sei sehr klar konzipiert, sagte Mulally. Über eine Schnittstelle lassen sich zahlreiche andere Geräte wie iPhone oder Android-Smartphones anschließen.

Sync ist unter anderem aus einer Kooperation mit dem Softwarehersteller Microsoft entstanden. Basis ist Microsofts Betriebssystem Windows Embedded Automotive. Mit Microsoft verbinde Ford eine enge und lange Partnerschaft, sagte Mulally. Er selbst sei in der Nähe von Seattle unweit von Microsofts Unternehmenssitz aufgewachsen. Ford arbeite aber auch mit anderen IT- und Internet- Unternehmen wie Apple und Google zusammen.

Viele Automobilhersteller - vor allem aus Deutschland wie VW oder Audi - setzen bei ihren Infotainment-Systemen auf Eigenentwicklungen. Fiat kooperiert mit seinem Blu&Me-System dagegen ebenfalls mit Microsoft. Ein Problem darin sieht Mulally darin nicht. Ford arbeite zwar intensiv mit IT-Partnern zusammen, das Konzept von Sync stamme aber aus dem Hause Ford. (dpa/tc)