EMC Documentum CenterStage und CMIS

Enterprise Content Management statt Social Software

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
EMC kündigt viel versprechende Änderungen in seiner ECM-Strategie an. Ziel sind gefällige, einfach zu nutzende Clients für Collaboration und mehr Offenheit bei der Repository-Integration.

Als Technologieführer im ECM-Markt präsentiert sich EMC dieser Tage auf der internationalen Kundenveranstaltung "Momentum" in Prag. Vor rund 1500 Teilnehmern warb der Hersteller, der mit der ECM-Plattform Documentum sowie anderen Produktlinien wie "Captiva" weltweit zu den Marktführern zählt, für neue Anätze und mehr Offenheit in seiner Produktstrategie. Im Mittelpunkt standen dabei der angehende ECM-Standard "Content Management Interoperability Services" (CMIS), der vom Web 2.0 inspirierte Client "EMC Documentum CenterStage" und die Suite "Document Scienes xPression", die zu einem integrierten Output-Management führen soll.

So war sich Razmik Abnous, Chief Technology Officer Content Management and Archiving, sicher, dass mit CMIS erstmals eine Spezifikation im ECM-Markt im Entstehen sei, die zu mehr Interoperabilität zwischen ECM-Repositories und ECM-Clients führen werde. Dies hatten zwar auch andere Ansätze in der Vergangenheit wie das Open Document Management API (ODMA) versprochen, doch seien sie wesentlich komplexer gewesen.

Collaboration und ECM rücken zusammen

CMIS definiert ein gemeinsames Obejktmodell sowie eine Reihe von Bindings für eine Kommunikation über SOAP oder REST. Natürlich deckte die erste Version noch nicht alle Aspekte ab, doch dürfe man deswegen die seit 2006 zusammen mit IBM und Microsoft entwickelten Spezifikationen nicht als bloßes Arbeitspapier abwerten, sagte Abnous. So wachse die Zahl der Unterstützer, zu denen auch Oracle, SAP und Alfresco gehörten, und es habe mittlerweile bei der Oasis das Standardisierungsverfahren begonnen . Ferner bietet EMC jetzt eine erste frühe Version von CMIS zur Beurteilung, und teste kürzlich erfolgreich die CMIS-Integration von EMC Documentum mit dem Microsoft Office SharePoint Server 2007 und Standardsoftware von SAP.

Ergänzend sprachen sich die EMC-Partner TietoEnator und Atos Origin für CMIS aus. So erklärte Anitt Pudas, Director ECM Business bei TietoEnator, dass CMIS Anwendern helfen werde, einfacher Anwendungen für Knowledge Worker zu erstellen, die auf diversen Datenquellen zugreifen sollen. Kees Stam, Global Program Director ECM, bei Atos Origin, war etwas zurückhaltender und begrüßte grundsätzlich jede Standardisierung, da viele Kunden mehr Interoperabilität zwischen ihren ECM-Produkten verlangten. Eine mögliche Kombination von Collaboration-Software mit dem ECM-Backoffice, wie es CMIS verspreche, sei da ebenso willkommen wie eine gute SAP-Integration.