E-Learning: Der Weg in die Praxis ist dornenreich

04.12.2000
E-Learning scheint nicht mehr nur ein Trend zu sein, sondern ist auf dem Weg, sich flächendeckend durchzusetzen. Bester Beweis: Selbst das Handwerk und die Sparkassenorganisation - früher eher als konservativ eingeschätzt - setzen nun auf Online-Training. Die Hürden, die vor allem auf der organisatorischen Seite liegen, gilt es noch zu überwinden.

Solche Fragen haben in der Praxis schon manche schöne Vision von der bunten neuen Lernwelt als hübsches Märchen erscheinen lassen - ein Grund, warum Sabine Koch und Peter Walter von der Deutschen Sparkassenakademie ihren Vortrag auf dem Bonner IT-Trainingskongress teilweise in Märchenform kleideten. Sie schickten eine kleine Prinzessin auf die Suche nach neuen Lernwelten in der

Sparkassenorganisation. Auf ihrem Weg lernt sie “Mitwirkende” und “Betroffene” kennen: Mitarbeiter, Personalchefs und Betriebsräte, von denen jeder Anforderungen, Wünsche und Befürchtungen äußert. Lernen, wo immer, wann immer, wie immer der Nutzer es will, lässt sich gar nicht so einfach verwirklichen, lautet das Fazit der beiden Referenten.

Ein erstes Pilotprojekt, an dem rund 200 Mitarbeiter aus 14 Schulungsmaßnahmen teilgenommen haben, bestätigt diese Einschätzung. Oft genug macht der Alltag einen Strich durch die didaktische Rechnung. Denn der Anfangseuphorie der Lerner folgt schon bald eine gewisse “Abkühlung”. Nach sechs bis acht Wochen Training lässt zum Beispiel die Intensität der Nutzung von Online-Angeboten deutlich nach. Weitere Erkenntnis: Längst nicht alle Themen lassen sich elektronisch erarbeiten. Eher Kognitives wie “Finanzinnovationen”, so die Erfahrung, wird wirksamer im Präsenztraining vermittelt. Grundsätzlich hat sich bei dem Projekt herausgestellt, dass es sehr wohl ein sinnvolles Miteinander beider Lernformen gibt. Sabine Koch: “Wir haben die Erfahrung gemacht, dass nach einer Präsenzeinführung sehr gut ein netzbasiertes Aneignen von Wissen folgen kann, wenn sich danach zum Beispiel eine Übung im Präsenzunterricht

anschließt.” Ergänzung und Verstärkung oder Medienmix heißt hier das Rezept.

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