Disaster-Recovery-as-a-Service

DRaaS – nicht nur eine Nischenlösung für den Mittelstand

Seit 2011 ist Matthias Frühauf als Presales Manager bei Veeam Software für die Region Central Europe verantwortlich. Gleichzeitig ist er für das Management und den Ausbau der Presales Organisation in CEMEA (D-A-CH, Eastern Europe & Russia) zuständig.
Für IT-Entscheider, die bestrebt sind, die Flexibilität von Geschäftsprozessen und Infrastrukturen zu steigern, ohne dabei die Kosten zu erhöhen, könnte Disaster-Recovery-as-a-Service (DRaaS) schon bald zu einem wesentlichen Standbein im modernen Rechenzentrumsmanagement werden.

IT-Umgebungen entwickeln sich längst über physische Server hinaus. Viele wichtige Produktionsmittel arbeiten heutzutage auf virtuellen Maschinen (VMs), die auf Hypervisoren laufen, und immer mehr Unternehmen lagern geschäftskritische Unternehmensprozesse in die Cloud aus. Dabei geht der Trend zur „Multi-Cloud“: Je nach Anforderungsprofil kommen Private, Managed oder Public Clouds zum Einsatz.

Disaster Recovery aus der Cloud wird zunehmender beliebter.
Disaster Recovery aus der Cloud wird zunehmender beliebter.
Foto: Alexander Supertramp - shutterstock.com

Folglich entstehen immer mehr heterogene Infrastrukturen, mit denen sich auch die Anforderungen an den Schutz der Unternehmensdaten, deren Wiederherstellung und die Gewährleistung ihrer Verfügbarkeit ändern. Als Konsequenz sollten nicht nur Geschäftsanwendungen in die Cloud wandern, auch für deren Absicherung und Verfügbarkeit werden Cloud-Dienste zunehmend attraktiv.

Bisher wurde Disaster-Recovery-as-a-Service (DRaaS) hauptsächlich als Lösung in kleinen oder mittelständischen Unternehmen eingesetzt. Doch Branchentrends zeigen, dass auch große Unternehmen beginnen, die Vorteile von DRaaS zu erkennen. Denn im Kontext der Cloud gehen auch sie immer mehr dazu über, nicht alles im eigenen Rechenzentrum implementieren zu wollen. Sie holen für einzelne Bereiche Servicepartner an Bord, einerseits um Kosten und Komplexität zu reduzieren, andererseits aber auch, um die Last von Service Level Agreements (SLA) auf mehrere Schultern zu verteilen.

DRaaS wird für Großunternehmen attraktiv

Für größere Unternehmen mit komplexen Infrastrukturen und erheblichen Datenvolumen, die sich oft über verschiedene Systeme verteilen, war eine DRaaS-Lösung in der Vergangenheit häufig zu kompliziert und zu teuer in der Implementierung. Mittlerweile hat sich aber die Technologie verbessert, die Vielfalt der angebotenen Modelle steigt und die Kosten sinken. Dies macht DRaaS auch für große Unternehmen attraktiv und die Implementierungszahlen steigen. Besonders für Organisationen mit vielen Zweigstellen im In- und Ausland kann DRaaS ein guter Weg sein, um ihre Daten zu sichern, ohne dass dabei die Kosten explodieren.

Mit der technologischen Weiterentwicklung ist DRaaS nicht nur günstiger geworden als klassische DR-Prozesse, auch der Implementierungsprozess ist weniger komplex. So werden Ausfallzeiten und die Auswirkungen für Anwender minimiert. Dennoch gibt es einige Aspekte, die Unternehmen bei der Umsetzung eines DRaaS-Projektes beachten sollten.

Der Implementierungsprozess einer DRaaS-Lösung beginnt dort, wo alle IT-Projekte starten (sollten): mit der Zusammenstellung der notwendigen Anforderungen. Dabei sollten Unternehmen alle Stakeholder an den Tisch holen - sowohl intern als auch extern wie etwa Zulieferer oder Logistiker.

Die entsprechende Liste der Anforderungen an DRaaS wird sich immer wieder ändern. Nur dann ist sichergestellt, dass, egal welche DRaaS-Lösung das Unternehmen auch auswählt, sie alle aktuellen und vorhersehbaren Ansprüche an Verfügbarkeit im Rahmen von Disaster Recovery erfüllt. Daher sollten Unternehmen auch jederzeit engen Kontakt mit ihrem jeweiligen DRaaS-Anbieter halten, damit neue oder geänderte Anforderungen zeitnah erfüllt werden können. Hier zeigt sich deutlich ein großer Vorteil von DRaaS-Lösungen: Durch die Nutzung von Cloud-Funktionen beschleunigen und vereinfachen sie die früher so komplizierte Planung von DR-Projekten sowie die Prozesse während eines echten Störfalls.

Auch den Aspekt der Migration gilt es zu bedenken. Wenn also spezielle Anwendungen und Infrastrukturen zu einem cloudbasierten DRaaS-Anbieter transferiert werden sollen, kann dies möglicherweise zusätzliche Netzwerkkapazität, Eingriffe in den Netzwerk-Traffic oder andere Infrastruktur-Upgrades erfordern, die von Anfang an in den Zeitablauf des Projektes einzukalkulieren sind.