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DMS Expo: Prozessdenken und Optimismus sollen die Branche beflügeln

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.

Der Druck auf die Anbieter steigt

Was bleibt sind Document-Related-Technologies, die auch künftig von den Spezialisten kommen, um elektronische Dokumente zu verarbeiten. Auch ist Kampffmeyer skeptischer, was eine Konsolidierung des Marktes betrifft. Er sieht Basisfunktionen immer mehr von den großen Anbietern von Standardsoftware abgedeckt. Bisherige DMS-Anbieter stünden unter einem zunehmenden Druck, ihre Produkte laufend für neue Aufgaben oder Branchen weiterzuentwickeln, um sich noch von der Konkurrenz differenzieren zu können (zum Markt siehe auch "Der ECM-Markt: Mit Insellösungen gegen die Datenflut"). Eine immer wichtigere Rolle spielen dabei Partner und Integratoren, die durch Anwendungen wie "elektronischer Postkorb" sowie Industrie- und Prozesslösungen, dem DMS-Produkt zu einem höheren strategischen Wert für den Kunden verhelfen. Für Neueinsteiger in den Markt werde indes die Latte immer höher gelegt. Dennoch sieht Kampffmeyer sehr wohl eine Konsolidierung, nämlich die von Insellösungen bei Unternehmen. Die Migration bestehender Lösungen werde eines der Hauptthemen der Zukunft, schreibt er in seinem Newsletter zur DMS Expo.

Schlafende Hunde

Foto: DMS Expo 2007

Auch Kollege Zöller räumt ein, dass trotz aller guten Geschäfte derzeit DMS-Anbieter mehr in ihre Produktarchitekturen investieren müssen, um am Ball zu bleiben. Wichtig sei es auch, sich nicht nur auf den deutschen Markt zu verlassen, sondern verstärkt in den Aufbau des internationalen Geschäfts zu investieren, was mittlerweile viele Hersteller tun. Dass es der hiesigen Branche offenbar gut geht, liegt aber nicht nur an der gestiegenen Nachfrage, sondern auch daran, dass die genannten großen Anbieter bisher den Markt nicht wesentlich für sich vereinnahmt haben.

So werde beispielsweise seit Jahren prognostiziert, dass Microsoft den DMS-Markt umkrempeln könnte. Doch tatsächlich stehen mit dem MOSS die Collaboration-Funktionen und die eigenen Microsoft-Produkte im Focus, in die sich immer mehr DMS-Anbieter mit ihren Archivlösungen oder Erfassungskomponenten etc. einbinden können, ohne dass man sich wirtschaftlich weh tut. Ebenso sei Oracle bisher kaum in Erscheinung getreten, und auch von der SAP geht keine existenzielle Bedrohung aus, da sich die Walldorfer mit ihren umfangreichen Content-Funktionen bisher ganz auf die eigene Klientel konzentrieren. Sehr wohl, so Zöller, übertrifft die SAP aber heute schon die DMS-Anbieter beispielsweise in künftig zunehmend bedeutenden Gebieten wie Collaboration und Portal (as).