Effiziente E-Mail-Nutzung mit innovativen Methoden

Die Zukunft der E-Mail

Annette Stadler absolvierte ein Studium der Feinwerktechnik und war als Redakteurin und leitende Redakteurin bei den Fachzeitschriften „Markt & Technik“ und „InformationWeek“ tätig. Anschließend ging sie als IT-Analystin zu den europäischen Venture-Capital-Unternehmen „Technologieholding“ und „3i“. Heute lebt sie in Vaterstetten und arbeitet als selbständige Autorin und Information Content Provider (www.icp-stadler.de) in den Bereichen Enterprise Content Management (ECM), Business- und Sicherheits-IT, Elektronik und Venture Capital.
In der Geschäftswelt ist die E-Mail auch in Zukunft das wichtigste Kommunikationsmedium. Angesichts der E-Mail-Fluten bemühen sich die Hersteller, die Nutzung effizienter zu gestalten.

Die E-Mail ist und bleibt das Kommunikationsmedium Nummer eins in der Business-Welt. Laut einer Studie der Radicati Group aus diesem Jahr erhält und versendet jeder Business-Anwender aktuell durchschnittlich 121 E-Mails pro Tag. Bis 2018 soll diese Zahl auf 140 weiter anwachsen und das, obwohl auch Social-Media-, Collaboration- und File-Sharing-Tools in Unternehmen Einzug halten. Im privaten Bereich geht die E-Mail-Nutzung tendenziell zurück. »Viele Digital Natives kommunizieren überwiegend in sozialen Netzwerken miteinander, so dass einige Unternehmen für junge Berufseinsteiger bereits E-Mail-Schulungen für Business-Kommunikation durchführen«, so Lynn Thorenz, Director Research & Consulting von IDC.

Obwohl sich Enterprise Social Networks und Collaboration Software auch in Unternehmen verbreiten und traditionelle E-Mail-Funktionen enthalten, bleibt das E-Mail-System weiterhin eine unternehmenskritische Anwendung, die sich in Art und Nutzung allerdings im Wandel befindet. Die interne Unternehmenskommunikation geschieht immer weniger per E-Mail, sondern verstärkt über interne Messaging-Systeme und Unternehmensportale. Dokumenten-Sharing findet häufig ebenfalls außerhalb der E-Mail-Systeme über File-Sharing-Dienste statt, was den Speicherbedarf reduziert und die Versionierung erleichtert.

Weltweite Marktanteile im Bereich E-Mail-Applikationen laut IDC (Stand: Mai 2014)

Rank

Vendor

2013

2013 Share (%)

2012-2013 Growth (%)

1

Microsoft

2335,60

64,60

11,40

2

IBM

795,90

22,00

-11,00

3

Attachmate Group

91,70

2,50

4,00

4

NEC

70,50

2,00

-19,40

5

Critical Path

45,90

1,30

4,80

6

Hitachi

20,90

0,60

-23,40

7

VMware

16,80

0,50

-63,90

8

Google Inc.

16,40

0,50

17,00

9

Myriad Group

14,70

0,40

-6,50

10

QAD

13,60

0,40

12,30

Subtotal

3422,00

0,95

2,30

Other

192,30

0,05

1,70

Total

3614,30

100,00

2,30

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Wie gehen die Anbieter von E-Mail-Systemen mit dem sich ändernde Nutzerverhalten im geschäftlichen Umfeld um? Laut IDC sind Microsoft und IBM die beiden Top-Anbieter von E-Mail-Applikationen im Business-Bereich. 2013 hatten sie gemeinsam einen weltweiten Marktanteil von 86,6 Prozent am Gesamtumsatz von ca. 3,6 Milliarden Dollar. Auf dem nächsten Platz folgt die Attachmate Group mit Novell und Groupwise. Wenn auch Google in Deutschland im B2B-Umfeld bisher nur eine Nebenrolle spielt, kann das Unternehmen - weltweit auf Platz acht im Ranking - gute Wachstumsraten aufzeigen und im Business-Sektor speziell im Start-up- und Gaming-Bereich punkten. Allerdings mangelt es Google neben technischen Möglichkeiten auch an einer Partnerlandschaft, die für mittlere und große Unternehmen eine große Unterstützung bei IT-Projekten darstellt.

In der Geschäftswelt ist die E-Mail auch in Zukunft das wichtigste Kommunikationsmedium.
In der Geschäftswelt ist die E-Mail auch in Zukunft das wichtigste Kommunikationsmedium.
Foto: Horoscope, Shutterstock.com

Microsoft hat seine dominante Marktführerschaft mit dem clientseitigen Microsoft Outlook fest im Griff. Eingebettet in »Office 365« trifft es als Webanwendung und verknüpft mit Office- und Collaboration-Tools ebenfalls den Nerv der Zeit. Dagegen wirkt IBM mit Notes eher etwas blass. Doch mit der Ankündigung von »IBM Mail.-next« hat der Konzern Anfang des Jahres positive Signale gesetzt. »Einige Verantwortliche von Unternehmen waren wie ich von der Präsentation angetan. Entscheidend wird aber sein, wie schnell und wie gut IBM die vorgestellte Vision in die Praxis umsetzt,« berichtet IDC-Analystin Thorenz. Erste Produkte hat IBM nun gegenüber Computerwoche für Ende des Jahres angekündigt. Novell hat mit der Vorstellung und Verfügbarkeit von Groupwise 14 im April dieses Jahres bereits vorgelegt.