Sichere Kollaboration im IoT

Die Welt der vernetzten Dateninseln

Kurt Kammerer ist CEO der regify GmbH, die ihre SaaS-Produkte für Trusted E-Communications bei internationalen Kunden im Einsatz hat.  Als Experte widmet er sich den Themen sichere digitale Kommunikation und nutzergerechte Kollaboration mittels Cloud und SaaS in unternehmensübergreifenden Netzwerken und Geschäftsprozessen.
Das Internet of Things bringt neue Sicherheitsproblematiken mit sich – Unternehmen müssen sichere Kommunikation und einfachen Zugang miteinander vereinbaren.

In Trendmeldungen und Jahresrückblicken gilt Industrie 4.0 als einer der „Future Trends“. Im Kontrast dazu häufen sich die Meldungen über neue sicherheitstechnische Schreckensszenarien. Gehackte „Connected Cars“ wie der Jeep Cherokee, den Angreifer per W-LAN vollständig kontrollieren, zeigen, wie weit Anspruch und Wirklichkeit in Bezug auf Sicherheit und Datenschutz noch auseinanderliegen.

Die Vernetzung von intelligenten Systemen im Zeitalter des Internet of Things (IoT) ist Voraussetzung für die umfassenden Service-Angebote, wie sie Industrie und Konsumenten wünschen.

IoT braucht Sicherheitsrückgrat

Datenzugriff mobil - aber bitte geschützt - Foto: ArtFamily - shutterstock.com

Datenzugriff mobil - aber bitte geschützt

Längst bilden nicht mehr nur einzelne Geräte, sondern komplexes, vernetztes High-Tech das technische Rückgrat von Industrieanlagen, medizinischen Systemen oder logistischen Netzwerken. Bisherige Sicherheitskonzepte konnten davon ausgehen, dass Anwendungen isoliert in kontrollierbaren Umgebungen wie Maschinensteuerungen ausgeführt werden. Verknüpfte Systeme im IoT erfordern dagegen eine neue Dimension der Sicherheit, da auf diese über das Internet potenziell erst einmal jeder Zugriff hat.

Unternehmenslösungen wie CRM oder ERP, die einen eng abgrenzbaren Nutzerkreis betreffen, werden auch im IoT-Zeitalter mit bestehenden Sicherheitsvorkehrungen auskommen. Im Gegensatz dazu benötigen organisationsübergreifende Anwendungen, die vernetzte Geräte mit einbinden, neue Konzepte zur Absicherung. Die Kommunikation muss aus Sicherheitsgründen nicht nur Ende-zu-Ende Verschlüsselung bieten, sie muss trotz der absehbaren Komplexität auch einfach möglich sein. Wichtig ist für Nutzer zum Beispiel ein unkomplizierter Zugang mit einer einzigen Identität, anstatt sich bei jeder „Dateninsel“ mit neuen Zugangsdaten anmelden zu müssen.

Das Internet of Things vernetzt die Dateninseln.
Das Internet of Things vernetzt die Dateninseln.
Foto: weedezing - shutterstock.com

Nutzer erwarten Sicherheit und Einfachheit in Kombination

Sichere Kollaboration im Zeitalter des Internet of Things liegt in Zukunft unter anderem in Anwendungen, die nur eine einmalige Registrierung erfordern. Service Provider von Kommunikationslösungen werden sich darauf einstellen und Nutzern Dienste anbieten, die auf Wertschöpfungsnetzwerke ausgerichtet sind und sich nicht auf „Dateninseln“ beschränken. (bw)