Die besten Smartphones für 2009

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona präsentierten Hersteller ihre neuen Modelle.

Während der gesamte Handy-Markt schrumpft, ist im Bereich Smartphones die Welt noch in Ordnung: 2008 wurden rund 200 Millionen Geräte verkauft - für die kommenden drei bis fünf Jahren wird ein jährliches Plus von 15 Prozent erwartet. Angelockt von diesen Prognosen, drängen Player aus anderen IT-Bereichen in das Segment, etablierte Anbieter überbieten sich mit neuen Modellen oder ergreifen die Chance auf ein Comeback.

Palms letzte Chance

So nutzte der Handheld-Pionier Palm die Messe dazu, Werbung für das auf der CES vorgestellte Smartphone Palm Pre mit "WebOS"-Betriebssystem zu machen. Das Gerät beeindruckte bei einer Vorführung durch eine schnelle Bedienung via Touch- und Gestensteuerung; nützliche Details wie eine übergreifende Suchfunktion und eine funktionale Tastatur machen das Palm Pre zu einer akzeptablen Alternative zum Apple iPhone.

Acer macht Tempo

Knapp ein Jahr nach der Übernahme von E-Ten ("Glofish") hat der taiwanische PC- und Notebook-Hersteller Acer in Barcelona erste Smartphones auf Windows-Mobile-Basis vorgestellt. Topmodell der bislang vierteiligen Tempo-Serie ist das "M900". Es verfügt über eine seitlich ausschiebbare Volltastatur, HSDPA, WVGA und ein 3,8-Zoll-Touchscreen. Weiterhin hervorzuheben ist ein Fingerprint-Sensor, der Single-Sign-on ermöglicht. Wie bereits von HTC und anderen Windows-Mobile-Partnern vorexerziert, nutzt auch Acer bei allen Smartphones eine Benutzeroberfläche mit Widgets, die dem Anwender den direkten Zugriff auf Grundfunktionen ermöglichen.

Nokia erweitert Business-Modellreihe

Der Marktführer Nokia stellte im Business-Segment sein neues Flaggschiffmodell der E-Series, das "E75", auf Basis der Symbian-S60-Plattform vor. Dabei handelt es sich um ein relativ schlankes Gerät mit 2,4-Zoll-Display und einer von hinten vorschiebbaren Volltastatur. Verbaut sind die schon vom E71 bekannten Komponenten wie eine 3,2-Megapixel-Kamera, A-GPS, HSDPA, WLAN, UKW-Radio und MP3-Player. Den Generationswechsel innerhalb der E-Series-Reihe treibt zusätzlich das neu vorgestellte "E55" voran. Das schlanke Smartphone erinnert stark an seinen Vorgänger E51, bringt jedoch dank Doppelbelegung der Tasten auf gleichem Raum eine Qwertz-Tastatur unter. Hervorzuheben ist ferner eine rekordverdächtige Standby-Zeit von einem Monat.

Sony Ericsson bringt Idou

Nach dem wenig erfolgreichen Windows-Mobile-Experiment "Xperia" und der Aufgabe der UIQ-Plattform versucht sich Sony Ericsson nun an der Symbian-S60-Plattform - und ist drauf und dran, mit "Idou" einen Coup zu landen. Das Smartphone verfügt über einen großen Touchscreen sowie eine Zwölf-Megapixel-Kamera.

Ebenfalls zu den Top-Smartphones der Messe in Barcelona zählte das neue "Omnia HD" mit Symbian-Betriebssystem (S60, Version 5) von Samsung. Das erste HD-Video-kompatible Mobiltelefon kann Filme mit einer Auflösung von 1280 mal 720 Pixel mit 24 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Noch eindrucksvoller ist die Bedienung über den mit 3,7 Zoll und 360 mal 640 Pixel Auflösung derzeit größten AMOLED-Touchscreen.

Toshiba greift an

Primär im Notebook-Segment zu Hause, versucht Toshiba mit dem "TG01" einen neuen Durchbruch. Mit einem leistungsstarken 1-Gigahertz-Snapdragon-Prozessor ist das Business-Smartphone auf Windows-Mobile-Basis dabei ein deutlich schwereres Geschütz als die Portégé-Reihe der vergangenen Jahre. Für eine einfachere Bedienung hat Toshiba eine Benutzeroberfläche in Form von vertikalen Streifen mit Einstiegspunkten zu Funktionen und Anwendungen entwickelt. Allerdings ist es nicht völlig gelungen, das komplexe Windows-Mobile-Menü zu überdecken. Auch die Bedienung mit dem Finger hat ihre Grenzen. Schlecht ist es angesichts des kleinen 1000-mAh-Akkus um die Laufzeit des Geräts bestellt.

Touch Diamond 2 und Touch Pro 2

Der taiwanische Hersteller HTC hat in Barcelona die Nachfolger des "Touch Diamond" und des "Touch Pro" vorgestellt. Das wichtigste neue Feature ist die überarbeitete TouchFLO-3D-Oberfläche. Sie zeigt zu jedem Kontakt die passenden Konversationen an - egal ob SMS oder E-Mail.

Außerdem stellte HTC das für Vodafone gebaute zweite Google-Phone "Magic" vor. Dabei handelt es sich um eine Art T-Mobile G1 mit 3,2- Zoll-Touchscreen (320 mal 480 Pixel Auflösung) ohne richtige Tastatur und damit deutlich schlanker.

Ansonsten machten sich Android-Handys in Barcelona überraschend rar - lediglich am Stand von Huawei schlummerte noch ein verdächtig nach Apple iPhone aussehendes Modell ausgeschaltet in einer Vitrine. Den Grund sehen Marktkenner darin, dass sich Google beziehungsweise die Open Handset Alliance (OHA) stark in die Entwicklung der Geräte einschließlich der Hardware einmischt. Der Internet-Riese scheint diesbezüglich nicht viel besser zu sein als Microsoft, das Herstellern nun einen Windows-Start-Button vorschreibt.