Outsourcing

Die Auslagerung wird meist teurer als erwartet

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Viele Anwenderunternehmen werfen ihren Dienstleistern vor, sie würden "Arbeit erfinden", um mehr Geld zu verdienen.
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Mit dem Outsourcing wollen die meisten Unternehmen Geld sparen. Aber häufig kommt die Auslagerung von IT-Dienstleistungen teurer als geplant. Das ergab eine aktuelle Studie der Lieberman Software Corp. Der Anbieter von Lösungen für das Indentity- und Sicherheits-Management befragte insgesamt etwa 500 IT-Profis - auf zwei Sicherheitskonferenzen: der diesjährigen Infosecurity Europe in London und der anschließenden RSA Conference in San Francisco.

Der Untersuchung zufolge zahlen 62 Prozent der Outsourcing-Kunden am Ende mehr, als anfangs angenommen. 27 Prozent sprachen sogar von "deutlich" höheren Kosten. Nur elf Prozent erlebten eigenen Angaben zufolge eine positive Überraschung.

77 Prozent der IT-Profis, deren Unternehmen Teile ihrer Informationstechnik ausgelagert haben, müssen sich über unlautere Geschäftspraktiken ihrer Provider ärgern, so die Studie. Die Outsourcing-Partner würden Arbeit "erfinden", um zusätzlichen Umsatz zu machen.

Philip Lieberman, President und CEO von Lieberman Software, zeigt sich von diesen ernüchternden Ergebnissen wenig überrascht: "Im Grunde war Outsourcing immer eine Übung in zwei Disziplinen - Reduzierung der Ausgaben und Abwälzen von Personalfragen auf einen Dritten." Doch die Medizin gegen Kosten und Kopfschmerzen habe eine unerwünschte Nebenwirkung: "Das Unternehemenswissen und die Loyalität der Mitarbeiter gehen dabei verloren."