Barc-Umfrage

Deutsche Anwender fremdeln noch mit Hadoop

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Viele Unternehmen in Deutschland haben noch keine Erfahrungen mit dem freien Java-Framework Hadoop. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Würzburger Analystenhauses Barc.

Mit 261 Teilnehmern aus der DACH-Region und einer breit gefächerten Branchenverteilung gehört die Barc-Studie "Hadoop als Wegbereiter für Analytics" zu einer der ersten Untersuchungen, die sich speziell Hadoop widmen. Ein Ergebnis: Erst bei vier Prozent der Befragten ist Hadoop bereits Bestandteil der Unternehmensprozesse. Weitere 14 Prozent haben ein Pilotprojekt und elf Prozent Pläne für den Einsatz von Hadoop. Die übrigen 70 Prozent haben bis dato noch keine Hadoop-Initiative (immerhin 49 Prozent halten eine solche für zukünftig denkbar).

Existiert in Ihrem Unternehmen eine Hadoop-Initiative? Wenn ja, wie weit ist diese fortgeschritten? Quelle: BARC-Studie "Hadoop als Wegbereiter für Analytics" (n=230)
Existiert in Ihrem Unternehmen eine Hadoop-Initiative? Wenn ja, wie weit ist diese fortgeschritten? Quelle: BARC-Studie "Hadoop als Wegbereiter für Analytics" (n=230)

Hadoop wird laut Mitteilung von Barc aktuell vor allem durch die IT getrieben (52 Prozent) und soll vorrangig technische Themen adressieren. Häufigstes Ziel ist die Nutzung als Plattform für eine einfachere Verwaltung großer Datenvolumina (68 Prozent) sowie semi-/unstrukturierter Datenquellen (61 Prozent). An dritter Stelle folgen dann fachlich-analytische Anforderungen wie eine größere Flexibilität bei der Datenanalyse (44 Prozent) und nach erweiterten Analysefunktionen (42 Prozent), die Hadoop ermöglichen soll. Seltener als erwartet wollen Unternehmen hingegen durch das Framework ihre Kosten für die analytische Infrastruktur senken (37 Prozent).

Digital Leader aufgepasst! - Foto: IDG

Digital Leader aufgepasst!

Die Hadoop-Nutzung befinde sich insgesamt noch in der Klärungs- und Experimentierphase, konstatieren die Würzburger Experten. Drei Viertel der befragten Unternehmen etwa sähen Hadoop momentan noch als ein weniger beziehungsweise überhaupt nicht wichtiges Themaan. Dies lasse den Schluss zu, dass der Mehrwert von Big-Data-Initiativen und Analytics respektive das genaue Einsatzgebiet von Hadoop in vielen Unternehmen noch unklar seien. Aus Sicht der Studienautoren mangelt es schlicht an mehr und besserer Aufklärung über den Nutzen von Hadoop.

Erste Anwendungsbeispiele für Hadoop

Unter den Vorreitern, die Hadoop bereits produktiv einsetzen oder dies vorbereitn, ist die Nutzung als Ablaufumgebung für fortgeschrittene Analyse aktuell die häufigste Anwendung (24 Prozent). Dies entspreche dem Wunsch vieler Fachbereiche nach einer eigenen Explorationsumgebung neben dem Data Warehouse, so Barc. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet sei die erweiterte Nutzung von Daten, etwa als Staging/Landing Area oder zur Datenintegration polystrukturierter Daten (je 20 Prozent).

Insgesamt mangelt es der Erhebung zufolge noch an technischem (68 Prozent) und fachlichem Know-how (65 Prozent) zu Hadoop: "Unternehmen müssen dringend einen Weg finden, diese Wissenslücke zu schließen, denn ohne entsprechendes Know-how ist an den produktiven Einsatz einer wenn auch noch so vorteilhaften Technologie nicht zu denken", kommentiert Timm Grosser, Senior Analyst Datenmanagement und Mitautor der Studie. Auch die dritthäufigste Antwort "Fehlende überzeugende Einsatzszenarien" (43 Prozent) deute auf fehlendes Wissens über Hadoop im Besonderen und Big Data im Allgemeinen hin.

Barc-Infografik zur Hadoop-Umfrage
Barc-Infografik zur Hadoop-Umfrage

Die 261 von Barc befragten Studienteilnehmer kamen aus vielen Branchen. Besonders stark sind der Dienstleistungssektor (23 Prozent), Industrie (22 Prozent), IT-Branche (17 Prozent) sowie Handel (zwölf Prozent) vertreten. Die unabhängig erstellte Studie ist dank eines Sponsoring des Softwareherstellers SAS kostenfrei erhältlich.