Studie über Datenqualität

Datenqualität lässt in vielen Firmen zu wünschen übrig

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Im Big-Data-Zeitalter spielt Datenqualität in vielen Unternehmen noch nicht die Rolle, die ihr zukommen sollte, bilanziert eine Studie. Das Thema werde nicht als „strategisch relevant“ verstanden.

Weder die Fachbereiche, noch die IT-Abteilungen haben offenbar großes Interesse, sich für eine gute Datenqualität stark zu machen. Zu diesen Erkenntnissen gelangt eine Befragung von über 200 Business-Verantwortlichen im deutschsprachigen Raum durch die Omikron Data Quality GmbH. Fast die Hälfte der Befragten sagt demnach, dass die Datenqualität in ihrem Verantwortungsbereich nicht das erforderliche Niveau erreiche. Lediglich bei einer Minderheit liege der Qualitätsgrad nahe an den Idealwerten.

Offensichtlich ist der größte Hinderungsgrund, dass die Fachabteilungen in Fragen der Datenqualität nicht an einem Strang ziehen. Oft fehlt ihnen auch das Verständnis dafür, worin der Nutzwert eines gepflegten Datenbestands liegt. Die IT-Organisationen zeigten sich oft auch nicht sonderlich interessiert, nicht selten agierten sie sogar als Bremser. Zudem kommt die Studie zu dem Schluss, dass Schwächen in der Datenqualität bewusst ignoriert werden, um möglichen Handlungszwängen auszuweichen. Aber auch negative Erfahrungen mit früheren Optimierungsprojekten stehen oben in der Liste der Motive, warum das Thema eine nur geringe Geltung erlangt. Letztendlich wird Datenqualität in vielen Unternehmen keine strategische Bedeutung beigemessen.

„Die Geschäftswelt basiert heute auf Daten – nicht auf Computern. Das wird zwar sachlich verstanden, aber in der Praxis oft vernachlässigt“, kritisiert Omikron-Geschäftsführer Carsten Kraus. Eine klare, strategische und abteilungsübergreifende Positionierung des Themas sei nötig, die eher beliebige Unterstützungsbereitschaft von Führungskräften dagegen ein Risiko. Dazu gehöre es auch, die operativen Verantwortlichkeiten für das Thema zu benennen. Wollten Unternehmen dauerhaft Nutzen aus Big Data ziehen, führe kein Weg daran vorbei, die Datenqualität in der Unternehmenskultur zu verankern, mahnt Kraus. (hv)