Fritz & Macziol Manager Michael Ganzhorn

"Datacenter aus der Box erleichtern das Management"

Regina Böckle durchforstet den Markt nach Themen, die für Systemhäuser und Service Provider relevant sind - oder es werden könnten - und entwickelt dazu passende Event-Formate.
Referenz-Architekturen wie Flexpod, VSPEX, Vblock, vBundle, Dell vStart oder IBM PureSystems, erfreuen sich bei den Anwendern zunehmender Beliebtheit. Das Systemhaus Fritz & Macziol hat zahlreiche Projekte mit diesen Komplettlösungen umgesetzt. Michael Ganzhorn, Bereichsleiter IBM Power bei Fritz & Macziol, skizziert Unterschiede, Knackpunkte und Chancen der Modelle.
Michael Ganzhorn, Bereichsleiter IBM Power bei Fritz & Macziol
Michael Ganzhorn, Bereichsleiter IBM Power bei Fritz & Macziol
Foto: Fritz & Macziol

Referenz-Architekturen und integrierte Infrastruktur-Systeme, beispielsweise Flexpod, Vblock, vBundle, VSPEX, Dell vStart oder IBM PureSystems, erfreuen sich Marktanalysten zufolge bei den Anwendern zunehmender Beliebtheit. Das Systemhaus Fritz & Macziol hat zahlreiche Projekte mit diesen Komplettlösungen umgesetzt. Michael Ganzhorn, Bereichsleiter IBM Power bei Fritz & Macziol, skizziert basierend auf diesen Erfahrungen die Unterschiede, Knackpunkte und Chancen der Modelle.

Alle großen Hersteller bieten inzwischen vorkonfektionierte, integrierte Systeme für den Aufbau eines virtualisierten, Cloud-fähigen Datacenters an - ob aus einer Hand wie HP und IBM, oder in Kooperation mit Technologie-Partnern wie Cisco, EMC und NetApp. Für welche Modelle haben Sie sich entschieden und weshalb gerade für diese?

Michael Ganzhorn: Fritz & Macziol setzt generell auf die Produkte der Weltmarktführer von IBM, Microsoft und SAP sowie EMC und Cisco. Dadurch können wir unseren Kunden das komplette Spektrum der relevanten IT-Themen auf Basis neuester Technologien dieser Anbieter sowie ergänzender Hersteller zur Verfügung stellen. Insgesamt bieten wir dadurch ein ganzheitliches und zukunftssicheres Portfolio aus Hardware, Software, Services sowie Consulting in ausgewählten Bereichen an. Vorrangiges Ziel dabei ist es jedoch, die für die jeweilige Kundensituation optimale Lösung zu finden, zu implementieren und gegebenenfalls - im Rahmen unseres Managed Dienstware-Angebots - auch zu betreiben. Im Bereich der virtualisierten Datencenter kommen beispielsweise die Systeme IBM Power, IBM PureSystems, IBM FlexSystems, Flexpod, Vblock sowie VSPEX zum Einsatz.

Worin unterscheiden sich Ihrer Erfahrung nach die genannten Lösungen für das virtuelle Datacenter?

Ganzhorn: Die Stärke der IBM PureSystems ist ihre Flexibilität, wenn es darum geht, die an sich heterogenen Technologien X86 und IBM Power zu vereinigen und ein einheitliches Management über alle Komponenten hinweg sicherzustellen. In der IBM Lösung sind Serverkomponenten, Storage und Netzwerk bis hin zu Applikationspaketen enthalten, die alle unter einer einheitlichen Management-Oberfläche verwaltet werden können.

Die Cisco UCS-basierten Lösungen zeigen ihre Stärken vor allem in Cisco LAN-geprägten Umgebungen und wenn es um die Virtualisierung von x86-Anwendungen geht. Die integrierten Netzwerkkomponenten fügen sich nahtlos in die Cisco LAN- und SAN-Welt ein und lassen sich ebenfalls über eine gemeinsame Oberfläche managen.

Was motiviert ihre Kunden, diese "Datacenter aus der Box" einzusetzen - welchen Nutzen erwarten sie sich?

Ganzhorn: Unsere Kunden sind bei bestimmten Anwendungsfällen an einer in sich geschlossenen Lösung interessiert. Damit gehen Vorteile wie eine einfache und schnelle Implementierung sowie ein vereinfachtes Management der Gesamtsysteme einher. Außerdem erhöht sich dadurch die Zukunftssicherheit, da die zugrunde liegende Infrastruktur analog zu den Anforderungen jederzeit um Module erweitert werden kann. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass der Kunde alles aus einer Hand erhält und über den kompletten Lebenszyklus der IT vom selben Ansprechpartner-Team betreut wird.

Wo liegen bei diesen Modellen die Knackpunkte auf Seiten der Endkunden wie auf Seiten der Vertriebspartner?

Ganzhorn: Größere Kunden verfügen über separierte Abteilungen für einzelne IT-Technologiebereiche. Deswegen existieren oftmals verschiedene Ansprechpartner für die Themen Server, Netzwerk und Storage in diversen Abteilungen und Teams sowie an verschiedenen Orten. Die Herausforderung besteht darin, die Integration der Systeme auch in den jeweiligen Teams abzubilden.

Die Referenz-Modelle sind größtenteils bereits vorkonfiguriert. Woran können Sie als Partner dann noch verdienen?

Ganzhorn: Ein vorkonfiguriertes System bringt grundsätzlich zunächst einmal eine Vielzahl von Basisfunktionalitäten mit sich und muss daher immer individuell auf die Kundenwünsche und -anforderungen optimiert werden. Dazu kommt noch die Situation im Rechenzentrum: Wie sieht die bestehende Infrastruktur des Kunden aus? Gerade die Integration einer "Datacenter in a Box"-Lösung ist keine triviale Aufgabe, sie setzt seitens des Systemhauses sehr gut ausgebildete Mitarbeiter voraus, die dabei auch "über den Tellerrand" blicken und beispielsweise die nachfolgenden Unternehmensprozesse im Auge behalten.

Gerade hier bieten sich vor allem einem Business Partner mit entsprechend breit gefächerten Skills viele Möglichkeiten, um zusätzlichen Mehrwert beim Kunden generieren zu können.
So bieten wir zum Beispiel im Rahmen unseres Managed Dienstware-Angebots von Systemumgebungen umfangreiche Managed Remote Services für die bereits angesprochenen Plattformen an.

Was sind derzeit die wesentlichen Trends und Probleme in den Bereichen Server-, Storage-, Desktop- & User-Virtualisierung?

Ganzhorn: Viele Unternehmen scheuen noch davor zurück, entsprechende Virtualisierungstechnologien einzusetzen, obwohl die Vorteile - wie niedrigere Kosten für den Betrieb und die Lizenzen sowie eine bessere Auslastung der Systeme - klar überwiegen. Sicherlich sind die Umsetzungen je nach Kundensituation im Detail unterschiedlich und es können kleinere Kompatibilitätsprobleme auftreten. Allerdings sind die jeweiligen Spezifikationen klar definiert und die Standards seitens der Anbieter gesetzt. Unserer Erfahrung aus vielen Projekten hat gezeigt, dass sich die Technologien bereits in der Praxis bewährt haben.

Welche Rolle spielt Ihrer Erfahrung nach bei den Kunden aktuell die langfristige strategische Ausrichtung in Richtung Cloud-Services als Treiber für die Virtualisierung und für den Einsatz der Referenz-Architekturen?

Ganzhorn: Wir sehen einen klaren Trend in Richtung Private Cloud. Das schließt die Themen Virtualisierung und den Einsatz von Referenz-Architekturen mit ein. Entsprechende Projekte werden aktuell von Seiten der Kunden verstärkt nachgefragt und wurden bereits erfolgreich von uns umgesetzt.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der CW-Schwesterpublikation ChannelPartner. (mhr)