Karmic Koala

Das ist neu in Ubuntu 9.10

Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Schnelleres Booten und Support für Cloud Computing - das sind nur einige der neuen Features in Ubuntu 9.10.

Die Entwickler betonen bei Ubuntu Linux 9.10 besonders dessen flotten Bootvorgang, wofür der Upstart-Mechanismus ausgebaut wurde. Upstart war zwar auch schon bei Ubuntu 9.04 vorhanden, der eigentliche Initialisierungsprozess von Ubuntu erfolgt bisher aber großenteils wie gehabt über das bewährte /sbin/init. Der beschleunigte Bootvorgang ist wichtig mit Blick auf Windows 7, bei dem Microsoft dem Bootvorgang ebenfalls Beine gemacht hat.

Die technische Basis von Ubuntu Linux 9.10 bilden der Kernel 2.6.31, GCC 4.4.1, glibc 2.10, X.Org server 1.6 und ext4, das jetzt erstmals als Standarddateisystem installiert wird (bei Ubuntu 9.04 war ext4 noch optional als experimentelles Dateisystem vorhanden). Sofern Sie ein Upgrade von einem vorhandenen Ubuntu mit einer älteren Version von ext durchführen, wird dieses nicht durch ext4 ersetzt.

Der neue Bootmanager Grub 2 und die Oberfläche Gnome 2.28 sind ebenso mit an Bord wie der Instant-Messenger Empathy, der Pidgin als Standard-Instant Messenger ersetzt, und das neue Paketmanagementinstrument "Ubuntu Software Center" sowie OpenOffice 3.1.1. Für Web-Entwickler interessant sind Apache 2.2, PostgreSQL 8.4 und PHP 5.2.10. Der Funktionsumfang der Uncomplicated Firewall ufw wurde ebenfalls erweitert. Neu ist zudem die Entwicklungsumgebung Quickly, die man separat installieren muss. Der Online-Speicher Ubuntu One wird von Ubuntu 9.10 ebenfalls unterstützt. Ganz wichtig: Ubuntu 9.10 soll die ärgerlichen Probleme mit Intel-Grafik-Treibern beheben.

Bei Ubuntu Server 9.10 ist Cloud Computing angesagt, weshalb Ubuntu Enterprise Cloud und Amazon EC2 als Installationsmöglichkeiten vorhanden sind. Für die Sicherheit wurde AppArmor verbessert.

Wichtiger Hinweis zur Installation von Ubuntu Linux 9.10 Karmic Koala RC: Lesen Sie zunächst die "known issues", also die Hinweise auf bekannte Probleme in Zusammenhang mit Ubuntu 9.10! Damit vermeiden Sie ernsthafte Probleme, die nach der Installation des Updates auftreten können. So gab es in der Vergangenheit nach einem Ubuntu-Update durchaus erhebliche Beeinträchtigungen.

Beispielsweise kam es nach dem Update auf das im April 2009 veröffentliche Ubuntu 9.04 bei vielen Rechnern mit Intel-Grafikchipsatz zum Einfrieren der Gnome-Oberfläche beziehungsweise zu einem automatischen Neustart von Gnome. Der Anwender fand sich dann plötzlich vor dem Login-Startbildschirm von Gnome wieder. Nachdem man sich neu angemeldet hatte, waren alle zuvor geöffneten Anwendungen gerschlossen, alle nicht gespeicherten Daten verloren (Firefox konnte allerdings die geöffneten Tabs in der Regel wiederherstellen). Ein weiteres Beispiel: Bei einem noch älteren Ubuntu-Update konnte Ubuntu nach dem Update keine Audio-Dateien mehr abspielen.

Screenshotgalerie des neu erschienenen Release Candidate von Ubuntu 9.10 Karmic Koala: