Best-Practice-Methoden

Cobit, ITIL und eSCM zu wenig eingesetzt

Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Laut einer Studie von PAC und Logica hapert es beim Reifegrad des IT-Managements. Standards und Best-Practices werden zu wenig genutzt.

Um den Stellenwert der IT in Unternehmen zu erhöhen, muss die IT-Strategie im Gleichklang mit der Business-Strategie laufen und eng mit dieser verzahnt sein. Bei 46 Prozent der Firmen gibt aber es lediglich grobe Abstimmungen zwischen IT und Business.

IT zu sehr auf Effektivität und Kosten fixiert

Häufig wird die IT als bloßer Kostenfaktor behandelt. Doch die richtige IT-Strategie unterstützt die Wertschöpfung.
Häufig wird die IT als bloßer Kostenfaktor behandelt. Doch die richtige IT-Strategie unterstützt die Wertschöpfung.
Foto: PAC, Logica

Eine IT-Strategie, die sich auf die strategischen Herausforderungen des Business fokussiert, ist noch wenig verbreitet. Zu diesem Kernergebnis kommt die Studie "Fit for the Future - Der CIO im Spannungsfeld zwischen Strategie & Betrieb", die der Marktorscher Pierre Audoin Consultants (PAC) in Zusammenarbeit mit dem Service-Anbieter Logica erstellte.

79 Prozent der befragten Firmen verfolgen im Rahmen ihrer IT-Strategie nach rein operative Zielsetzungen. Bei 15 Prozent stehen Kostensenkungen im Fokus und bei 64 Prozent die Steigerung der IT-Effektivität. Nur zehn Prozent der Umfrageteilnehmer sehen ihr Kernziel darin, neue Geschäftsideen zu entwickeln sowie Geschäftsmodelle mit zu gestalten.

Höheren Reifegrad beim IT-Management erreichen

Den Reifegrad des IT-Managements in Unternehmen untersuchte die Studie anhand der drei Best-Practice-Modelle ITIL, Cobit und eSCM (eSourcing Capability Model). Je mehr dieser Modelle konsequent angewendet werden, desto stärker verankert und standardisiert ist die Steuerung und Kontrolle der IT. Die erste Stufe hierzu bildet die Standardisierung der IT-Prozesse mit Hilfe des De-Facto-Standards ITIL (IT Infrastructure Library).

40 Prozent der befragten Unternehmen verwenden heute ITIL in der Version 2 und zwölf Prozent wollen den Standard innerhalb der nächsten 18 Monate einsetzen (Stand Mai 2011). 34 Prozent haben die ITIL-Version (v3) eingeführt oder haben auf diese umgestellt. 31 Prozent planen dies für die Zukunft. Daraus lasse sich ableiten, dass Betriebe ihre IT-Prozesse verstärkt über den gesamten Lebenszyklus betrachten und planen wollen.