Accenture "Mobile Web Watch 2011"

Aus Internet per Handy wird "Mobile Computing"

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Rund 14 Millionen Internetnutzer in Deutschland gehen laut Accenture inzwischen mit ihrem Mobiltelefon ins Netz. Das sind fast fünfmal so viele wie 2008 (drei Millionen).
Accenture stellt die Studie kostenlos als PDF-Download bereit.
Accenture stellt die Studie kostenlos als PDF-Download bereit.
Foto: Accenture

Immer mehr User greifen der Accenture-Studie "Mobile Web Watch 2011" zufolge zum Beispiel mobil auf soziale Netzwerke zu (50 Prozent) und kaufen online ein (31 Prozent). "Was mit Internetnutzung per Handy angefangen hat, ist zum umfassenden Mobile Computing geworden", sagt Nikolaus Mohr, Geschäftsführer im Bereich Communications & High Tech bei Accenture und Leiter der Studie. "Das ist eine der wichtigsten industriellen Entwicklungen dieses und des nächsten Jahrzehnts."

Mobile Computing definiert Accenture dabei wie folgt: Menschen greifen auf Daten und daran gekoppelte Anwendungen zu, tauschen sie aus und verändern sie - von jedem beliebigem Ort aus, in Echtzeit und mit verschiedenen Geräten. Veränderung und Anpassung auf drei Ebenen prägen demnach die Evolution von mobilem Internet zu mobilem Computing:

  1. Geräte und Technologie: Die Verbreitung mobiler Breitbandverbindungen und der Übergang von der Click- zur Touch-Technik bei neuesten Geräten sind starke Triebkräfte der mobilen Evolution. Mehr als die Hälfte der Mobile-Web-Nutzer surfen über Breitbandverbindungen wie UMTS, HSDPA, HSUPA und LTE. 60 Prozent derjenigen, die privat ein Smartphones nutzen, besitzen ein Modell der jüngsten Generation. Mit modernen Tablets der iPad-Klasse gehen User besonders intensiv online: 84 Prozent surfen täglich, gegenüber 58 Prozent der Smartphone-Nutzer.

  2. Dienste und Anwendungen: Den Weg durch die digitale mobile Welt bestimmen ortbezogene Dienste und Social Media. Der Anteil der Nutzer, die mobil in sozialen Netzwerken surfen, hat sich seit 2010 von 23 Prozent auf 50 Prozent mehr als verdoppelt. 45 Prozent verwenden ortsbezogene Dienste.

  3. User und Nutzungsverhalten: Besonders die Generation der nach 1990 Geborenen ("Millennials") prägt die Entwicklung des Mobile Computings. Ständige Verfügbarkeit des Webs ist für sie eine Selbstverständlichkeit. Mit ihrem Smartphone - und bald wohl auch mit dem Tablet - navigieren sie durch den Alltag. Jeder dritte 14- bis 19-Jährige, der ortsbezogene Dienste wie Foursquare nutzt, hält diese Angebote für unverzichtbar (34 Prozent).

Für Telekommunikationsanbieter steht viel auf dem Spiel in dieser Evolution, schreiben die Autoren der Accenture-Studie. Chancen für die Unternehmen liegen auch Sicht der Experten in "Analytics": aus Netzdaten, Kundendienst-Informationen und Abrechnungsdaten ein Bild des digitalen Verbrauchers zu zeichnen und daraus marktfähige, kundenspezifische Angebote zu entwickeln.