Health und Band

Auch Microsoft will ein Stück vom Gesundheitsmarkt

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Mit einem Cloud-Dienst und einem Fitness-Armband steigt wie erwartet jetzt auch Microsoft in den boomenden Gesundheits- und Fitnessmarkt ein.

Der Konzern hat gestern zunächst für den US-Markt seine neue "Health"-Plattform angekündigt. Die besteht aus einem virtuellen Fitnessberater in der der Cloud und einem Fitness-Armband. Ganz im Stil des "neuen" Microsoft erscheint die dazugehörige mobile App "Microsoft Health" nicht nur für das hauseigene Windows Phone, sondern zeitgleich auch für die weitaus populäreren mobilen Betriebssysteme iOS und Android. Und sowohl der Cloud-Service als auch das Armband "Microsoft Band" spielen auch mit Geräten und Diensten anderer Anbieter wie Runkepper oder Jawbone UP zusammen; für solche Drittanbieter gibt es APIs und SDKs.

Microsofts Health-Architektur ist offen für Drittanbieter.
Microsofts Health-Architektur ist offen für Drittanbieter.
Foto: Microsoft

Mit der Ankündigung von Health tritt Microsoft nun in den üblichen Wettbewerb zu Apple und Google - Apple hatte mit iOS 8 seine "HealthKit" eingeführt, Google kam mit seiner "Fit"-Ankündigung Microsoft um Haaresbreite zuvor. Jeder der drei Konzerne will eine Plattform etablieren, auf der Nutzer ihre Gesundheits- und Fitnessdaten speichern und nutzbringend auswerten können.

Microsoft packt dazu eine "Intelligence Engine" in die Cloud, die Daten aus verschiedenen Geräten, Apps und Diensten analysiert und dem Nutzer Ratschläge gibt. Später könnten User auf Wunsch auch weitere Daten aus beispielsweise ihren Kalendern und E-Mails sowie Geo- und weitere Daten dazuspeichern und damit noch mehr und interessantere Einsichten gewinnen. Microsoft plant außerdem, dass Nutzer Daten aus Health optional auch in der hauseigenen elektronischen Krankenakte "HealthVault" ablegen und mit medizinischen Dienstleistern teilen können.

Das 200 Dollar teure Microsoft Band enthält zehn Sensoren.
Das 200 Dollar teure Microsoft Band enthält zehn Sensoren.
Foto: Microsoft

An der Device-Front will Microsoft mit seinem "Microsoft Band" punkten. Es wird ab sofort in ausgewählten US-Läden für knapp 200 Dollar verkauft und enthält insgesamt zehn Sensoren, die unter anderem Puls, Schlaf und GPS tracken. Über sein Display benachrichtigt das Microsoft Band außerdem über eingegangen Anrufe, E-Mails, SMS und Status-Updates aus sozialen Netzwerken, außerdem kann man damit auf die hauseigene virtuelle Assistentin Cortana zugreifen.

Zu seinen Health-Plänen außerhalb des Heimatmarkts machte Microsoft zunächst keine Angaben.