17-Zoll-Notebook

Asus X72JR-TY044V im Test

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
In der aktuellen Modefarbe Braun präsentiert sich das Asus X72JR: Ob das große Notebook mehr bietet als eine schicke Schale, zeigt der Test.
17-Zoll-Notebook mit Core i3 im Test: Asus X72JR
17-Zoll-Notebook mit Core i3 im Test: Asus X72JR

Das Arbeitstempo des Asus X72JR geht gemessen am Preis in Ordnung. Dem Prozessor Intel Core i3-350M (2,26 GHz) fehlt zwar das automatische Übertakten per Turbo Boost, trotzdem ist er selbst für anspruchsvollere Aufgaben wie Bild- und Videobearbeitung schnell genug.
Die Grafikkarte ATI Mobility Radeon HD5470 allerdings machte bei anspruchsvollen Spielen schlapp: In der maximalen Bildschirm-Auflösung von 1600 x 900 Bildpunkten liefen selbst DX9-Spiele nur ruckelnd. Um flüssig zu spielen, müssen Sie daher die Auflösung reduzieren.

Auch das DVD-Laufwerk ließ sich im Test Zeit, wenn DVDs zu beschreiben waren. Beim Brennen von CDs und beim Lesen von DVD und CD erreichte es aber das übliche Tempo. Schnelle Anschlüsse für externe Festplatten sucht man am Asus X72JR vergeblich: Statt E-SATA und USB 3.0 gibt's nur vier USB-2.0.Buchsen. Bluetooth hat das X72JR nicht, dafür WLAN mit 11n und Kabel-LAN mit Gigabit-Tempo.

Gut gefiel im Test der helle und gleichmäßig ausgeleuchtete Bildschirm, der allerdings spiegelte. Stellt man das Notebook so auf, dass keine Lichtquellen im Bildschirm reflektiert werden, kann man am Asus X72JR Fotos und Filme in hoher Qualität genießen.

Asus gibt dem Notebook eine Treiber-DVD mit – bei aktuellen Notebooks eine Seltenheit. Neben zahlreichen Tools ist auf dem X72JR auch die Blu-ray-Disc-Suite von Cyberlink installiert: Der Name führt allerdings in die Irre, denn das Asus-Notebook besitzt kein Blu-ray-Laufwerk, und die Cyberlink-Suite enthält nur das Druckprogramm Label Print und die Brenn-Software Power2Go. Auf ein Programm zum Abspielen von DVDs verzichtet Asus, das übernimmt beim X72JR der Windows Media Player.

Störend: Der Lüfter war fast immer hörbar, konnte die Abwärme aber trotzdem nicht schnell genug aus dem Gehäuse blasen. Im Dauertest wurde das Asus-Notebook daher auf der Unterseite ziemlich warm. Die Handballenablage blieb aber kühl, sodass man die Hitze nur spürt, wenn man das Notebook auf den Oberschenkeln platziert.
Im Test überzeugte auch die Tastatur im Chiclet-Design nicht recht: Sie federte beim Tippen, daher war kein klarer Druckpunkt spürbar. Asus baut zwar einen vierspaltigen Ziffernblock ein, dessen Tasten fallen aber schmaler als die Standard-Tasten aus.
Das Asus X72JR muss nicht immer an der Steckdose hängen: Seine Akkulaufzeit lag im Test bei knapp vier Stunden – das ist ordentlich. 3,12 Kilogramm bringt der Asus-Laptop auf die Waage – selbst für ein 17-Zoll-Notebook nicht besonders leicht.

Als PC-Ersatz konnte das schicke Asus X72JR im Test nicht so recht überzeugen – abgesehen vom guten Bildschirm. Für aktuelle Spiele ist es zu langsam, die Tastatur taugt nicht für Vielschreiber, der Lüfter läuft dauernd.

Varianten:
ASUS X72JR-TY044V: getestet
ASUS X72JR-TY144V: mit Core i3-370M (2,40 GHz)