Beispiel GE

Apple-Rechner erobern die Unternehmen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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In Internet-Start-ups rennt praktisch jeder mit einem MacBook durch die Gegend - langsam erobern die Apple-Rechner aber auch traditionelle Unternehmen.
Das MacBook Air - "Ultrabooks" gibt es bei Apple schon seit 2008...
Das MacBook Air - "Ultrabooks" gibt es bei Apple schon seit 2008...
Foto: Apple

So zum Beispiel General Electric (GE), quasi das Siemens der USA. Bei dem 120 Jahren alten Traditionsunternehmen kann seit einem Jahr praktisch jeder Mitarbeiter ein Notebook oder einen Desktop-Rechner von Apple statt eines Windows-PCs ordern. Bislang haben sich rund 1000 Mitarbeiter für einen Mac entschieden - allerdings ist das entsprechende Programm noch gar nicht konzernweit bekannt, wie das "Wall Street Journal" berichtet. GE hat insgesamt rund 330.000 PCs im Einsatz, von denen die allermeisten unter Windows laufen.

Apple ist bislang im Business-Umfeld mit seinen Rechnern nur schwach vertreten. Allerdings beflügeln der Trend zum "Bring Your Own Device" (BYOD) und der Erfolg des iPhone und iPad den Hersteller aus Cupertino zunehmend. Die Marktforscher von Forrester Research beispielsweise prognostizieren, dass Apple in diesem Jahr Macs im Wert von 9 Milliarden Dollar und iPads für 10 Milliarden Dollar an Firmenkunden verkauft, das wären rund 50 Prozent mehr als 2011. Im Gegenzug sollen die Ausgaben für Rechner und Tablets von anderen Herstellern als Apple 2012 um drei Prozent auf 69 Milliarden Dollar zurückgehen, so Forrester.

Nach Zählung der Marktforscher von Gartner und IDC ist Apple mit elf Prozent Market Share mittlerweile der drittgrößte PC-Anbieter auf dem US-Markt (der Marktführer Hewlett-Packard kommt auf 23 Prozent). Und Apple war der einzige Anbieter unter den Top Five, der im vierten Quartal mehr Rechner verkaufen konnte. Im Corporate-Umfeld liefert Apple bislang allerdings erst rund 1 Prozent der PCs, wohingegen die "Großen" HP, Dell und Lenovo jeweils rund 25 Prozent Marktanteil erreichen.

Apples iPhone hatte anfänglich aber auch nicht nach einer großen Gefahr für im Business-Umfeld dominierende Anbieter wie Research in Motion (RIM) ausgesehen. GE bietet seinen Mitarbeitern seit 2008 das Apple-Smartphone als Alternative zum Blackberry an. Und mittlerweile tragen rund 10.000 GE-Mitarbeiter ein iPhone bei sich im Vergleich zu noch 50.000 Blackberry-Nutzern.

Einen Rechner von Apple kann bei GE bekommen, wer nicht an heiklen Rüstungsprojekten arbeitet und eine entsprechende Security Clearance braucht oder auf größere Kompatibilitätsprobleme mit benötigter Software stößt. "Das wir Apple unterstützen, iPhones und Mac supporten, schafft die Frage aus der Welt: 'Sind die ein Unternehmen auf der Höhe der Zeit oder nicht?'", sagt GEs Chief Technology Officer Greg Simpson. "Ich denke, das wirkt sich auch positiv auf unser Recruiting aus."