Smartphones

Apple drängt Nokia in die Ecke

23.06.2010
Der Boom der Smartphones hat den verkrusteten Handymarkt aufgebrochen. Neulinge und Nischenanbieter haben sich ein großes Stück vom Kuchen gesichert.
Das iPhone 4 von Apple - ab morgen auch in Deutschland zu haben
Das iPhone 4 von Apple - ab morgen auch in Deutschland zu haben
Foto: Apple PR

Paradebeispiel ist Apple. Die Frage ist: Wackelt der Thron von Branchenprimus Nokia? Wo ist Nokia? Seit Wochen reden alle über Apples neues iPhone, am Donnerstag werden wieder Zehntausende Schlange stehen, um das Design-Handy aus Glas und Metall als erste in der Hand zu halten. Schon am ersten Tag gab es 600.000 Bestellungen. Es hätten auch noch mehr werden können - bis weit in den Juli hinein ist das Smartphone in seiner vierten Auflage ausverkauft. Apple kommt mit der Produktion kaum nach.

Was für eine Demütigung für den Weltmarktführer Nokia, der gerade eben seine Gewinnprognose kappen musste - ausgerechnet weil seine Smartphones in den Regalen liegen bleiben. Der einst übermächtige Handy-Weltmarktführer ist in die Defensive geraten. Die Finnen haben zwar früh bei den multifunktionalen Smartphones mitgemacht, doch leiden sie unter dem Ruf, dass ihre Geräte unbedienbar seien.

Betrachtet man nur die Geschäftszahlen, sieht die Welt für Nokia auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus. Der Marktanteil liegt stabil bei rund 40 Prozent sowohl am gesamten Handy-Markt als auch bei den Smartphones, in der Kasse liegen Milliarden. Doch die Entwicklung läuft ganz klar gegen die Finnen.

Der Smartphone-Markt wächst rasant. Allein im ersten Quartal schoss der Absatz der High-Tech-Telefone den Marktforschern von Gartner zufolge im Jahresvergleich um fast 50 Prozent hoch. Mit 54,3 Millionen Geräten war etwa jedes sechste Handy ein Smartphone.

Das bedeutet vor allem: Die meisten Handy-Nutzer haben noch keine Computer-Telefone. Und der Markt für einfachere Handys, den Nokia fest im Griff hat, wird immer kleiner. Für die Apple-Hochburg USA rechnet die renommierte Morgan-Stanley-Analystin Mary Meeker schon für das kommende Jahr damit, dass erstmals mehr Smartphones als Einfach-Handys verkauft werden.

Die teuren Smartphones mit ihren berührungsempfindlichen Bildschirmen und neuestem technischen Schnickschnack kaufen die Kunden lieber aus dem Hause Apple, vom Blackberry-Hersteller RIM, von HTC oder Motorola. Vor allem Apple konnte zuletzt kräftig zulegen auf einen Marktanteil von 16 Prozent im ersten Quartal - und das trotz eines happigen Gerätepreises von 500 bis 600 Euro ohne Vertrag.

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