Datenbank-Virtualisierung

Anwender fordern flexible Lizenz-Modelle

19.07.2011
Von Hartmut  Wiehr
Anzeige  Virtualisierung hat sich auch im Rechenzentrum längst durchgesetzt. Die Lizenzbestimmungen vieler Hersteller können damit aber oft nicht mithalten, meint Sören Reimers von ProLicense.
Virtualisierungskunden benötigen kalkulierbare Lizenzkosten, um das IT-Budget im voraus planen zu können.
Virtualisierungskunden benötigen kalkulierbare Lizenzkosten, um das IT-Budget im voraus planen zu können.
Foto: Kati Molin/Fotolia.de

Die Auswirkungen der Virtualisierung auf die Lizenzierung von Datenbanken sind ein seit Jahren kontrovers diskutiertes Thema in der IT-Branche. Die klassischen Bezugsgrößen wie Server, CPU oder User-Anzahl sind in der virtuellen Welt nicht mehr so ohne weiteres greifbar. Die Hersteller von Datenbanken halten oft an ihren alten, profitablen Lizenzmodellen fest und versuchen diese in die Welt von Virtualisierung und Cloud hinüber zu retten.

Die Problematik hat es in sich, denn das ursprünglich aus der Mainframe-Welt stammende Konzept der Virtualisierung ist nicht mehr aus dem Unternehmensalltag wegzudenken und hat auch die Domäne der Datenbanken erfasst. So ergab eine Umfrage der Anwendervereinigung DOAG aus dem Jahre 2010, dass von 420 Oracle-Kunden etwa 90 Prozent Virtualisierungslösungen einsetzen, hierbei meist VMware.

Bei der Einführung von neuen Lizenzmodellen sind unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen. Auf der einen Seite verlangen die Kunden flexible Lizenzmodelle, die dem Abruf der tatsächlichen Rechenleistung in virtuellen Umgebungen gerecht werden. In der Theorie wären verschiedene Modelle denkbar, wie zum Beispiel das aus der Mainframe-Welt stammende "Metering", bei der die Nutzung der Hardware-Ressourcen durch die Anwendung protokolliert wird.

Doch auf der anderen Seite benötigen die Kunden kalkulierbare Lizenzkosten, um das IT-Budget im voraus planen zu können. Bei einem verbrauchsgerechten Lizenzmodell wissen die Kunden aber nicht, welche Lizenzkosten am Ende des budgetierten Jahres zu Buche schlagen werden. Insofern wäre bei der Einführung von neuen Lizenzmodellen auch ein Umdenken bei der Budgetplanung notwendig.