Nicht nur für Android Lollipop

Android for Work soll Google-Geräte Business-tauglich machen

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Fast ein Jahr nach der ersten Vorstellung auf der Google I/O kündigt der Internet-Riese jetzt Android for Work an – eine Initiative, um sensible Firmendaten sicher auf den privaten Android-Geräten von Mitarbeitern bereitzustellen.
Foto: Google

Obwohl mehr als eine Milliarden Menschen mittlerweile Android-Smartphones und -Tablets nutzen, ist Googles mobiles Betriebssystem im Business-Umfeld noch deutlich unterrepräsentiert, insbesondere im direkten Vergleich mit Apple iOS. Nachdem Google in diesem Bereich lange Zeit und zum Leidwesen vieler OEM-Hersteller wenig unternommen hatte, wird nun mit Android for Work eine Großoffensive gestartet. Die Initiative besteht dabei aus vier Kernkomponenten, wie Google in einem Blog-Beitrag darstellt:

Work Profiles: Auf Basis der standardmäßigen Verschlüsselung, der erweiterten Sicherheitsmaßnahmen von SELinux und dem mit Android 5 Lollipop verfügbaren Multi-User-Support hat Google ein spezielles Arbeits-Profil geschaffen, das Business-Daten isoliert und schützt. Ähnlich wurde bereits von Blackberry in der Funktion Balance umgesetzt, bei Samsung heißt die entsprechende Lösung Samsung Knox. Das zugrundeliegende Prinzip: Die IT kann für die Arbeit freigegebene Apps auf den privaten Geräten der Mitarbeiter bereitzustellen und die Anwendungen (nicht aber die Devices) verwalten. Die Angestellten wiederum sollen ihre persönlichen Anwendungen problemlos weiter nutzen können, betont Google - mit dem Wissen, dass ihr Unternehmen nur die Business-Daten managt und private Inhalte weder einsehen noch löschen könnte.

Android for Work App: Für Geräte, die mit den älteren Android-Versionen 4.0 (Ice Cream Sandwich) bis 4.4 (Kitkat) ausgestattet sind, stellt Google die von der IT verwaltbare Container-App "Android for Work" zur Verfügung. Diese erlaubt es Mitarbeitern, in einer gesicherten Umgebung auf ihrem Device auf geschäftliche Mails, Kalender, Kontakte und Dokumente zuzugreifen. Außerdem bietet der komplett von der IT verwaltete Container einen gesicherten Webzugang und Zugriff auf spezielle freigegebene Business-Apps.

Google Play for Work: Um Unternehmen die sichere Bereitstellung und Verwaltung von freigegebenen Apps für Android-for-Work-Nutzer zu erleichtern, bietet Google mit Google Play for Work einen speziellen AppStore an.

Integrierte Productivity-Tools: Als Basis stellt Google ein Set an Business-Apps bereit, etwa für die PIM-Nutzung (Exchange und Notes) sowie zum Bearbeiten von Dokumenten, Tabellen und Präsentationen.

Nutzer von Lollipop-Geräten erhalten ein dediziertes Work-Profil mit integriertem Sicherheits, Management- und App-Support.
Nutzer von Lollipop-Geräten erhalten ein dediziertes Work-Profil mit integriertem Sicherheits, Management- und App-Support.
Foto: Google

Viele Parter mit an Bord

Um das Android-for-Work-Programm zum Fliegen zu bringen, hat Google bereits zum Start eine Reihe von Partner mit ins Boot genommen. Dazu zählen mit Airwatch, Blackberry, Citrix, IBM/Fiberlink (MaaS360), MobileIron, SAP und Soti die wichtigsten Anbieter von Enterprise-Mobility-Management-Lösungen, mit deren Hilfe Unternehmen Android for Work letztendlich verwalten. Mit von der Partie sind auch Gerätehersteller (Dell, HP, HTC, Huawei, Lenovo, LG, Motorola, Samsung und Sony), außerdem hat sich Google bereits Apps von Adobe, Box, Concur, Salesforce, SAP und Successfactors für seinen Business-AppStore Google Play for Work gesichert. Für den sicheren Zugriff auf das Unternehmensnetz werden VPNs mit Cisco, F5 Networks, Palo Alto Networks und Pulse Secure unterstützt werden.

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Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Google für Android for Work - anders als zunächst geplant - keinen Code von Samsung Knox übernommen hat. Wie Re/code im Gespräch mit dem Projektverantwortlichen Rajen Sheth in Erfahrung brachte, setzt Google stattdessen auf die mit dem Kauf von Enterproid erworbenen Techniken. Samsung und andere Gerätehersteller hätten Seth zufolge jedoch die Möglichkeit, ihre eigene Lösung hinzuzufügen.

Mehr Informationen zu Android for Work finden Sie auf einer speziellen Themenseite von Google.