Apple-IBM-Partnerschaft

Acht neue MobileFirst-Apps für iOS vorgestellt

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Im Rahmen ihrer strategischen Partnerschaft haben Apple und IBM acht neue MobileFirst-Apps für iOS vorgestellt. Im Fokus stehen diesmal auch das Gesundheitswesen und verschiedene Industriebereiche. Außerdem werden Apple Pay und iBeacons in Lösungen integriert.
Mit der neuen Runde an MobileFirst-Apps nehmen sich Apple und IBM diesmal unter anderem das Gesundheitswesen zur Brust
Mit der neuen Runde an MobileFirst-Apps nehmen sich Apple und IBM diesmal unter anderem das Gesundheitswesen zur Brust
Foto: Apple/IBM

Ein besonderer Fokus der neuen MobileFirst-Apps, die Apple und IBM kurz vor dem Osterfest neu herausgebracht haben, liegt diesmal auf dem Bereich Healthcare - ganze vier Anwendungen beschäftigen sich damit, wie Krankenhauswesen und häusliche Pflege mit Hilfe von cleveren mobilen Lösungen effektiver ablaufen könnten.

So zielt etwa die App Hospital RN darauf, die klassischen Pager durch iPhones zu ersetzen. Mit den Apple-Geräten werden Krankenschwestern und Pfleger nicht nur wichtige Nachrichten bereitgestellt, sie erhalten außerdem überall im Krankenhaus Zugang zu den Patientendaten. Das System bedient sich dabei Apples iBeacon-Technologie, um automatisch die zu einem Krankenzimmer passenden Patientendaten bereitzustellen.

Die Todo-App Hospital Tech for iPhone wiederum soll Pflegekräften und Technikern mit geeigneten Tools ausstatten, um ihre Aufgaben besser zu organisieren und so mehr Zeit für die Patienten zu haben.

Ziel der iPad-App Hospital Lead ist es, Krankenhäusern bei der Verwaltung des Pflegepersonals unterstützen. So lassen sich über die App Aufgaben bestimmten Mitarbeitern zuordnen und priorisieren. Das System unterstützt dazu mehrere interne Datenbanken, die sich kombinieren lassen.

Mit Home RN wollen Apple und IBM Pflegediensten die Betreuung von Patienten außerhalb des Krankenhauses erleichtern. So können diese unter anderem über die iPhone App Fotos, Videos, Text- und Audio-Notizen zu den Patientenakten hinzufügen und verbessern so die Kommunikation über die Fortschritte des Patienten. Dank integrierter Ortungsfunktion werden die Pflegekräfte nicht nur zum Wohnort der Patienten navigiert, sondern können auch Apotheken und Notfallkliniken in der näheren Umgebung in Erfahrung bringen.

Die iPad-App Rapid Handover wiederum wendet sich an die produzierende Industrie. Indem Produktionsziele, Wartungs-Updates und Schichtpläne bei Schichtwechsel elektronisch übermittelt werden, werden Medienbrüche vermieden und die Fehlerwahrscheinlichkeit geht zurück.

Mit der iPhone-App Ancillary Sale haben Apple und IBM eine weitere Anwendung für die Reise- und Transportbranche herausgebracht. Die App assistiert Flugbegleiter via iPhone beim Vornehmen von Sitz-Ugrades oder dem Verkauf von Speisen und Getränken. Unterstützt werden Apple Pay und Kreditkartenzahlung, daneben informiert eine Datenbank über vorherige Onboard-Einkäufe der Passagiere.

Risk Inspect wiederum richtet sich an die Versicherungsbranche. Mit der iPad-App können Versicherungsmitarbeiter im Außendienst Foto- und Videomaterial mit einer Analysefunktion für Risikobewertungen kombinieren. Vielfältiges Datenmaterial (Umweltdaten, Kriminalstatistik etc.) unterstützt zusätzlich den Entscheidungsprozess.

Last, but not least stellt die iPad-App Order Commit Händlern auf dem Tablet geschäftskritische Daten zur Verfügung, etwa Finanzziele und Absatzzahlen. Analyse-Tools erleichtern die Entscheidungsfindung.

Mehr als hundert Branchenanwendungen geplant

Apple und IBM hatten sich im Rahmen der im Juli 2014 vereinbarten Kooperation zum Ziel gesetzt, bis Ende 2015 mehr als hundert Branchenanwendungen auf den Markt zu bringen, in denen die Big-Data- und Analytik-Funktionen von Big Blue mit der von Apple bekannten Usability verquickt werden. Zwischenzeitlich schien die Maschinerie allerdings etwas ins Stocken geraten zu sein. So konnte IBM auf der Anwenderkonferenz IBM Interconnect Ende Februar wider Erwarten keine neuen Resultate aus der im Juli 2014 vereinbarten Kooperation vorweisen. Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona stellte Big Blue wider Erwarten nur drei neue Business-Anwendungen für iPad und iPhone vor. Ob es - wie Insider vermuten - am schwierigen Freigabeprozess von Apple lag, ist schwer nachzuweisen, fest steht, dass die gemeinsame Entwicklung nun weitergeht.

Die Apps sind dabei nur ein Teil eines Gesamtpakets und können nicht einfach aus dem AppStore heruntergeladen werden, sondern werden den Mitarbeitern direkt von den Unternehmen zur Verfügung gestellt. Dies ist auch unumgänglich: Da die Apps IBMs Big-Data- und Analytics-Fähigkeiten mit der von Apples iPhone- und iPad-Welt gewohnten Usability verbinden sollen, sind sie als wichtige Komponente der Gesamtlösung an IBMs MobileFirst-Plattform (ehemals IBM Worklight) angewiesen, die - in der Cloud oder on premise - via Open Platform an die verschiedene Backendsysteme andockt. Auch bei den mit Swift programmierten Anwendungen selbst ist nicht alles in Stein gemeißelt, sondern sie können noch individualisiert, sprich in einem bestimmten Rahmen an den vorhandenen Workflow des Anwenderunternehmens angepasst werden. Daneben vertreibt IBM mit den Lösungen auch iPhones und iPads und bietet mit AppleCare für Unternehmen auch ein spezielles Support-Angebot für Enterprise-Kunden.