Organisation, Mitarbeiter, ROI

10 Thesen zu Social Media

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
CIOs sind bei "Social Intelligence" gefordert, Daten für fast alle Unternehmensbereiche zu managen. Unklar ist allerdings, wie der Erfolg gemessen werden kann. Dazu zehn Thesen vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW).
Patrick Wassel von der Hamburger Agentur Faktor 3 ist stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Social Media im BVDW.
Patrick Wassel von der Hamburger Agentur Faktor 3 ist stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Social Media im BVDW.
Foto: Bundesverband Digitale Wirtschaft

"Momentan wird Social Media hauptsächlich im Marketing und für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt", sagt Patrick Wassel von der Hamburger Agentur Faktor 3. Der stellvertretende Vorsitzende der Fachgruppe Social Media im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) fügt an: "In den kommenden Monaten wird Social Media in weiteren Bereichen wie Personal, Marktforschung und Produktentwicklung an Bedeutung gewinnen."

Der BVDW stellt zehn Thesen über die Zukunft von Social Media auf. Diese lauten:

1. Social Media muss abteilungsübergreifend organisiert werden:

Im Umgang mit Social Media sind "Hobby-Lösungen mit Praktikanten" vorbei. Social Media wird zum Alltag und muss daher abteilungsübergreifend organisiert werden. Der BVDW sieht nicht nur die IT, sondern vor allem auch die Unternehmenskommunikation in der Pflicht.

2. Employer Branding 2.0:

Wer sich als attraktiver Arbeitgeber profilieren will, sollte soziale Netzwerke nutzen. "Employer Branding in Social Media wird zum essentiellen Bestandteil für Unternehmen bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeitern", so der BVDW. Künftig reicht es nicht mehr, eine eigene Jobbörse auf der Homepage zu schalten und Stellenanzeigen aufzugeben. Bewerber informieren sich in den Netzen über potenzielle Arbeitgeber - und erfahren dabei auch, wie diese von anderen Nutzern bewertet werden.

3. Neue Dynamik in der Produktentwicklung:

Unternehmen lassen immer mehr Informationen in die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen einfließen. Social Media liefert Input zur Produktentwicklung und ermöglicht intern wie extern schnelles Feedback. Der BVDW spricht hier von "Adaptive Engineering". Die Zeit langer Befragungen und Marktforschungen Beobachtungen vor der Einführung neuer Produkte könnte bald vorbei sein, so der Verband.

4. Customer-Relationship-Management (CRM) verschmilzt:

Schon in diesem Jahr verschmelzen verschiedener CRM-Bereiche mit Social Media-Komponenten. Leadmanagement, Kundenservice und Kundenbindung sind die ersten Bereiche, in denen Social Media eine zunehmende Rolle spielt. CRM-Systemanbieter müssen Daten und Prozesse aus Social Media systematisch nutzbar machen.

5. Unternehmen aus der zweiten Reihe springen auf:

Bisher engagieren sich vor allem große Firmen. 2011 werden auch kleinere und mittlere Player auf den Zug aufspringen. Mittelständler, Verbände oder auch Non-Governmental-Organisationen (NGOs) können aus Erfahrungen der "Großen" lernen. Der Mehrwert von Social Media liegt nicht nur direkt im werblichen Bereich.