CW-Subnets     |     Executive Briefings     |     Blogs & Forum     |     CW-TV     |     Newsletter     |     RSS
Schließen
Dock ein-/ausblenden
Wittes-Welt

Die IT-Welt nach der Krise

Das neue Normal

Drucken |  Empfehlen |  PDF |  Merken
Nach der Krise wird sich die IT in Anwenderunternehmen auf ein neues Niveau eingependelt haben. Es fragt sich nur, wie tief es unter dem Alten liegt.

Foto: Flickr Creative Commons

Diese Kolumne ist für CIOs und IT-Manager geschrieben. Deshalb werden an dieser Stelle sehr selten IT-Unternehmer zitiert. Doch ein Satz von Martin Jetter, Chef der IBM-Deutschland, macht wirklich nachdenklich: "Wir müssen uns auf ein neues Normal einstellen", sagte er kürzlich in einem Gespräch mit einem hochkarätigen CIO.

Das klingt nach weniger, nach leiser Wehmut nach den vergangenen fetten Jahren. Aber es hört sich auch etwas trotzig an, so als wenn man auch mit diesem niedrigeren Niveau zurechtkommen werde. Für die IBM und die anderen Branchengrößen gilt das sicher. Aber was ist mit den Anwenderunternehmen? Wie wird sich dieses "neue Normal" für sie gestalten? Allen Spekulationen darüber ist eines gemeinsam. Sie alle - selbst die Windigsten - gehen von insgesamt niedrigeren IT-Ausgaben in den nächsten Jahren aus. Spätestens jetzt stellt sich die Frage, für welche Schwerpunkte Unternehmen ihre IT-Euros ausgeben? Das wiederum hängt von der Einstellung zur Informationstechnologie ab, die im Top-Management der jeweiligen Unternehmen vorherrscht. Unabhängig von Branchen und Firmengrößen möchte ich folgende Kategorisierungen vorschlagen:

Notwendiges Übel - Kein Top-Manager wird das offen aussprechen, aber bei dieser Einstellung ist das "neue Normal" deutlich geprägt von Kosten-Management. Das Notwendige an Personal, Equipment und Dienstleistungen wird möglichst billig eingekauft. Qualität wird als etwas definiert, das gerade noch ausreicht, um die Aufgabe zu erledigen. Diese Unternehmen nutzen die Krise, um interne und externe Kosten weiter zu drücken. Strukturell werden solche Unternehmen ihre IT nur dann verändern, wenn es Kosteneffekte bringt.

(Manchmal) nützliches Werkzeug - In diesen Unternehmen verhält sich die Führungsriege gegenüber der IT durchaus ambivalent. Zwar finden Top-Manager ihre i-Phones oder BI-Management-Cockpits ganz super, aber im Zweifelsfall glauben sie, auf die Segnungen fortgeschrittener IT verzichten zu können. Das "neue Normal" dürfte daher umrissen sein durch eine Nachahmer-Attitüde mit latentem Hang zu Managed Services. Nach dem Motto, wenn mein Unternehmen schon Mainstream-IT macht, dann sollte man es auch strukturell von der eigenen IT-Fertigungstiefe befreien.

Strategische Waffe - Das Top-Management dieser Unternehmen ist überzeugt, dass IT hilft, ihre Produkte und Services gegenüber dem Wettbewerb zu differenzieren und sogar dazu beiträgt, dass Produktion, Vertrieb und Marketing effizienter funktionieren. Keineswegs blauäugig nutzt die Führungsriege die Krise, um eine neue Balance zwischen eigener IT und Dienstleistern zu finden, mit starker Tendenz zum Commodity-Outsourcing. In diesen Unternehmen ist das "neue Normal" gekennzeichnet durch einen klaren Blick auf die Leistungsfähigkeit der IT für das gesamte Unternehmen und nicht eingeschränkt auf eine reine Kostenbetrachtung.

Foto: Joe M500

Weitere Kommentare und Analysen finden Sie im Blog des Autors unter: www.wittes-welt.eu

(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Die beste Freeware der Welt Die beste Freeware der Welt Jede Aufgabe am PC lässt sich mittels Freeware hervorragend lösen. Wir stellen die besten Freeware-Programme vor, die auf keinem Rechner fehlen sollte ...
weiter
10 Fotosharing-Dienste im Check (Foto: Stefan von Gagern) 10 Fotosharing-Dienste im Check Wer gewinnt den "Website Award" in der Kategorie Fotosharing-Portale? Wir haben zehn bekannte Angebote unserem Website-Check unterzogen.
weiter
Marktübersicht Ultrabooks Marktübersicht Ultrabooks Die schicken Ultrabooks sollen dem iPad Paroli bieten. Doch was leisten die Topmodelle der Anbieter wirklich? Und sind sie ihren Preis wert?
weiter
Honig verführt Hacker (Foto: Yuri Arcurs - Fotolia) Honig verführt Hacker Mit Honigtöpfen, zu englisch Honeypots, lockt die Telekom Angreifer im Internet auf IT-Systeme ohne Funktion.
weiter
Welche Geräte von der WPS-Lücke betroffen sind Welche Geräte von der WPS-Lücke betroffen sind Eine neu entdeckte Schwachstelle erlaubt es aber, den PIN-Schutz WPS in WLAN-Komponentenen schnell und einfach auszuhebeln.
weiter
KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security
Server + Storage
Netzwerke
Mobile & Apps