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Schnellere Programmstarts durch Virtualisierung

"Hyperspace": Phoenix will Windows in Notebooks ausbooten

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Phoenix Technologies gehört seit den Anfangszeiten des PC zu den führenden Anbietern von Systeminnereien. Mit neuer Technik will der Hersteller nun tragbare Computer verbessern. Unter anderem sollen sich Programme binnen Sekunden starten lassen.

Sein neues Konzept hat der BIOS-Spezialist Phoenix auf den Namen "Hyperspace" getauft. Das lässt bereits erahnen, worum es dabei geht - Virtualisierung nämlich. Damit will Phoenix unter anderem die langen Startzeiten des marktbeherrschenden Betriebssystems Windows von Microsoft umschiffen. Ein Webbrowser zum Beispiel könnte mit Hyperspace auch ohne Betriebssystem starten, um rasch einen Stadtplan aufzurufen oder die Anfangszeit eines Kinofilms nachzuschlagen. Oder ein DVD-Abspielprogramm könnte allein ohne Windows laufen, um Strom zu sparen.

Virtualisierung ist aber auch aus Sicherheitsaspekten interessant, weil Hacker dann nicht mehr so einfach bösartigen Code (Malware) in ein System einschleusen können. Unter anderem deswegen haben die führenden Prozessorhersteller Intel und AMD ihre neueren Prozessoren mit Technik zur Unterstützung von Virtualisierung ausgestattet. Auf diese greift Phoenix bei Hyperspace zurück. PC-Hersteller müssten Hyperspace und einige kleinere Anwendungsprogramme in Ergänzungschips speichern.

Steve Grobman, Director des Bereichs Business Client Architecture bei Intel, wies gegenüber dem "Wall Street Journal" darauf hin, dass es von Laptop-Herstellern bereits eine Reihe sogenannter Instant-On-Ansätze gibt. Phoenix hebe die Technik aber "auf die nächste Ebene", so Grobman.

Phoenix-Chef Woody Hobbs: "Wir brauchen ein paar gute Partner."
Phoenix-Chef Woody Hobbs: "Wir brauchen ein paar gute Partner."
Phoenix-Chef Woody Hobbs: "Wir brauchen ein paar gute Partner."
Foto: Phoenix Technologies

Allerdings muss Phoenix zunächst eine Menge Steine aus dem Weg räumen. Es gilt nicht nur, PC-Hersteller von Hyperspace zu überzeugen, sondern auch die Softwarehersteller müssen ihre Produkte an die Spezifikation anpassen. Und dass Microsoft tatenlos dabei zusieht, dass ihm die Butter vom Windows-Brot genommen wird, steht ebenfalls kaum zu erwarten.

Zwar hat Phoenix als BIOS-Anbieter traditionell gute Beziehungen zur PC-Branche, doch dürfte es im Bereich Virtualisierung mit ähnlichen Konzepten größerer Hightech-Anbieter kollidieren, neben Microsoft vermutlich auch der EMC-Tochter VMware, die bislang den kommerziellen Markt für Virtualisierungssoftware dominiert. Ein Standard bei Virtualisierungssoftware werde "ein zentraler Kontrollpunkt in PCs, den die Leute besitzen wollen", sagt die Gartner-Analystin Leslie Fiering.

Phoenix weiß selbst darum, dass die Überzeugungsarbeit wohl ein Weilchen dauern wird. Die Firma erwartet aber, dass im kommenden Jahr erste Hyperspace-Notebooks auf den Markt kommen. "Wir brauchen nicht tausende von Partnern", erklärte President und CEO (Chief Executive Officer) Woodson "Woody" Hobbs. "Wir brauchen ein paar gute Partner." (tc)

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