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Karriere & Gehalt

Gehälter 2010

Berater hoffen auf ein paar Euro mehr

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Vergütungs- und Personalexperten rechnen mit einem leichten Gehaltsplus in diesem Jahr - aber nicht für alle.

Über 2009 mag keiner mehr sprechen. Krise war gestern. Ein Indiz, dass es nun besser wird, will der Berliner Personalberater Harald Sabin entdeckt haben. Voriges Jahr habe ein großes Beratungshaus Mitarbeiter einstellen wollen. Geboten wurden genau 47.000 Euro Jahresgehalt. Sabin frustriert: "Es durfte kein einziger Cent mehr sein, obwohl ich ein paar Perlen für rund 49.000 und 50.000 hatte - keine Diskussionen, null Verhandlungsspielraum, keine Chance." Heute nun zeigten sich die Arbeitgeber flexibler, es werde nicht mehr so hart um jeden Euro gerungen, vor allem wenn das Gesamtbild des Bewerbers stimme.

www.personalmarkt.de
www.personalmarkt.de
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Foto: Personalmarkt

Tim Böger, Vergütungsberater und Geschäftsführer des CW-Kooperationspartners Personalmarkt aus Hamburg, kann Sabins Optimismus nicht ganz teilen: "Nach einem letzten guten Jahr 2007 mit hohen Gehältern, dann zwei mauen Jahren 2008 und 2009 steht mit 2010 kein Boomjahr ins Haus." Die Krise werde nachwirken, teilweise ihre volle Wirkung sogar erst entfalten, glaubt Böger. Berater hängen stärker als viele andere Branchen vom wirtschaftlichen Erfolg ihrer Auftraggeber ab. "Wer also die richtigen Kunden hat, wird dies auch heuer beim Gehalt positiv zu spüren bekommen."

Wie hoch der Aufschlag sein könnte, prognostiziert Martin Hofferberth von der Vergütungs- und Unternehmensberatung Towers Watson aus Frankfurt am Main. Nach Umfragen bei seinen Kunden liegt seine Schätzung für dieses Jahr bei einem Gehaltszuwachs von 1,5 bis höchstens 2,3 Prozent. Allerdings seien die Zeiten, "in denen nach dem Gießkannenprinzip entlohnt wurde", längst vorbei. Es werde stärker leistungsorientiert vergütet, mit der Konsequenz, dass bis zu einem Drittel der Mitarbeiter leer ausgingen. Hofferberth gibt zu bedenken, dass Beratungshäuser am Anfang des Jahres Gehaltserhöhungen budgetieren, sie aber sofort auch wieder nach unten anpassen, wenn es an Aufträgen fehlt, oder den Termin einfach verschieben. Positiv überrascht hat den Frankfurter Personalexperten, dass sich viele Beratungshäuser in dieser Krise lernfähig gezeigt hätten. Anders als in den Jahren nach der Dotcom-Krise hätten die Consulting-Häuser versucht, Beschäftigte an Bord zu halten. Viele Berater bauten demnach ihren Resturlaub ab, bildeten sich weiter oder nahmen ein unbezahltes Sabbatical.

Zwei Fragen an den Personaler

Volker Reichenbach, Personalvorstand des IT-Dienstleisters msg systems, prognostiziert einen neuen Typ von IT-Berater.CW: Wie verändert sich das Berufsbild des IT-Beraters?

Volker Reichenbach, msg systems: "Es wird zu einer stärkeren Spezialisierung kommen."
Volker Reichenbach, msg systems: "Es wird zu einer stärkeren Spezialisierung kommen."
Volker Reichenbach, msg systems: "Es wird zu einer stärkeren Spezialisierung kommen."

REICHENBACH: Bevor ein IT-Berater ins Berufsleben tritt, hat er in der Regel ein Studium absolviert, im Ausland gearbeitet oder sogar promoviert. Ich wage die Prognose, dass sich bald ein Gegentrend entfalten wird: Im Sinne des Taylorismus wird es zu einer stärkeren Arbeitsteilung und zu einer vermehrten Spezialisierung kommen. Wenige Generalisten beraten den Kunden und koordinieren die Detailarbeit einiger weniger hochqualifizierter Fachberater und vieler Spezialisten.

CW: Was erwarten Arbeitgeber vom künftigen Bewerber?

REICHENBACH: Wenn der Trend in Richtung Taylorisierung geht, werden zunehmend Spezialisten benötigt. Studenten, die hier einsteigen, sollten sich frühzeitig für einen Fachbereich entscheiden und sich fundiertes einschlägiges Know-how aneignen. Gefragt ist überdies eine hohe Flexibilität, da sich Mitarbeiter auf schnell verändernde Aufgaben einstellen müssen.

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