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Platz 2 - Thomas Henkel, Amer Sports

Den Gummistiefeln entwachsen

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von Horst Ellermann
Der finnische Mischkonzern Amer hat sich zu einem internationalen Sportgeräte-Hersteller entwickelt. Marken wie Wilson oder Salomon sorgen für mehr als 1,7 Milliarden Euro Umsatz. Thomas Henkel hält dabei aus München heraus die IT zusammen.
Thomas Henkel ist VP Global IT bei der Amer Sports Corporation.
Thomas Henkel ist VP Global IT bei der Amer Sports Corporation.
Thomas Henkel ist VP Global IT bei der Amer Sports Corporation.
Foto:

Natürlich hat Amer auch Gummistiefel hergestellt. "Papier und Gummistiefel hat ja jeder finnische Konzern mal in seinem Portfolio gehabt", sagt Thomas Henkel, CIO von Amer Sports. Und genau wie den Landsleuten von Nokia ist auch den Amer-Kollegen irgendwann der Markt für Gummistiefel zu eng geworden - nur haben sie deswegen nicht gleich angefangen, Handys zu bauen.

Immerhin ein Viertel des Geschäfts dreht sich bei Amer nach wie vor um Stiefel, genauer gesagt um Ski-Stiefel. Das gesamte Schnee-Business ist mit dem Zukauf von Salomon auf rund 400 Millionen Euro gewachsen. Und mit ihm all die logistischen Probleme, die das saisonale Geschäft mit sich bringt: "Wir produzieren in acht Monaten und liefern in zwei Monaten aus", sagt Henkel: "Im Juli und August sind wir voll bis unters Dach."

In den Folgemonaten fängt das an, was Henkel gelernt hat und was ihn immer noch umtreibt: Logistik. Henkel hat seine berufliche Karriere ganz bodenständig als Speditionskaufmann bei Haniel begonnen. Es folgte ein Studium der Betriebswirtschaft, dann die Arbeit bei Siemens HL (heute Infineon), dann der Maschinenbauer Gämmerler und schließlich Wilson Europe, was in die CIO-Aufgabe bei Amer mündete. Immer war und ist Logistik dabei.

Für Siemens hat Henkel ein Jahr lang im US-Bundesstaat Virginia gelebt - übrigens das einzige Mal, das der Münchner seine Heimatstadt vernachlässigt hat. Bei Richmond hat er als Teil einer Siemens-Taskforce für zwei Milliarden Dollar eine Chipfabrik in den Wald gebaut. "Da war nur Feldweg, als wir kamen", erinnert sich Henkel: "Heute ist das eine dreispurige Autobahn." Beim Mittelständler Gämmerler geriet Henkel dann über die SAP-Einführung an die IT: "Dabei habe ich gelernt, wie Sie durch eine andere Art der Planung schneller sein können als die Routiniers, die seit 30 Jahren alle Geräte bedienen können." Der Wechsel zu Wilson zementierte schließlich die Rolle als ITler.

Henkels Aufschlag beim Tennis-Ausstatter war der Bau eines zentralen Vertriebslagers im Saarland. Und als wenn ihn das nicht ausgefüllt hätte, hat er genau in dieser knapp zweijährigen Stressphase auch noch einen Master of Business Administration an der Kellog Business School absolviert - so ziemlich die renommierteste Einrichtung in Sachen MBA. Es folgten Aufgaben in der IT, die ihm nach und nach die Rolle als Group-CIO einbrachten. Fragt man ihn heute, wie man ein erfolgreicher IT-Chef wird, antwortet Henkel:

  • Generalist bleiben,

  • IT als Werkzeug verstehen,

  • Mediator zu den Fachbereichen sein.

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