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Zweite Betarunde für Windows XP

27.03.2001
Microsoft hat die zweite Beta seines kommenden Betriebssystems Windows XP veröffentlicht. Diese wird Ende des Jahres in einer "Home"- und "Professional"-Version erscheinen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hat gestern sein kommendes Betriebssystem "Windows XP" (früherer Codename "Whistler) pünktlich zur WinHEC 2001 (Windows Hardware Engineering Conference) im kalifornischen Anaheim erneut in die Betarunde geschickt. Die zweite Testversion war im Vorfeld bereits zweimal verschoben worden.

Windows XP wird in den Varianten "Home" und "Professional" erscheinen. Es soll sich von seinen Vorgängern vor allem durch eine verfeinerte Benutzerschnittstelle ("Luna"), Multimedia-Fähigkeiten (der integrierte "Media Player 8" kann unter anderem DVDs und MP3-Musik abspielen sowie CDs wiedergeben und brennen ) sowie die Integration des Desktops mit Internet-basierten Services vorantreiben. Group Vice President Jim Allchin räumte übrigens in diesem Zusammenhang gewisse Versäumnisse bei Windows 2000 ein - Microsoft habe in Sachen Hard- und Softwarekompatibilität keine Meisterleistung vollbracht und auch die Oberfläche nicht verbessert. Windows XP werde einen stärker "aufgabenorientierten Ansatz" verfolgen.

Die Professional-Ausführung wird zwei CPUs und maximal neun angeschlossene Bildschirme unterstützen und verbesserte Backup- und Recovery-Funktionen aufweisen. In der Endkundenversion setzt Microsoft auf größere Vielfalt bei unterstützter Hard- und Software, einen vereinfachten Anmeldebildschirm ohne Icons, einfachere Sicherheitseinstellungen sowie einen ausgefeilten Ruhezustand. Für drahtlose Netzverbindungen wird ein neuer Standard namens IEEE 802.1x unterstützt, der die in Wi-Fi/802.11B entdeckten Sicherleitslöcher stopfen soll. Als Systemvoraussetzungen empfiehlt die Gates-Company einen Pentium-II-Rechner ab 300 Megahertz und 128 MB; Tester raten allerdings für akzeptable Geschwindigkeit einer schnelleren CPU sowie zu mindestens 256 MB Arbeitsspeicher. Voraussetzung für die Installation ist zudem 1 GB freier Plattenplatz.

Unklar ist indes, in welchem Umfang die versprochene Common Language Runtime (CLR) in das neue Betriebssystem Eingang findet. CLR soll Programmiersprachen von Drittanbietern den Zugriff auf Windows ermöglichen. Sollte Microsoft diese Schnittstelle wie angekündigt integrieren, könnte dies zu einer Verzögerung des Auslieferungstermins von Windows XP führen (für Microsoft nicht ungewöhnlich) - offiziell ist das neue Windows für die zweite Jahreshälfte angekündigt. Beobachter erwarten, dass der Konzern das Produkt zum kommenden Weihnachtsgeschäft auf den Markt bringt.

Wenig ist zu den geplanten Server-Versionen bekannt, die Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres erscheinen sollen und noch namenlos sind. Sie werden auf Intels neuer "Itanium"-Chiparchitektur laufen.