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Zukunft von Bea Weblogic: Scripting und .NET

08.08.2005
Beas neuer Appserver geht über eine reine J2EE-Implementierung hinaus und unterstützt mehrere Open-Source-Frameworks und damit alternative Programmiermodelle.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bea Systems kündigte die Version 9 des Java-Servers Weblogic an. Die Software geht über eine reine Implementierung der Java 2 Enterprise Edition (J2EE) hinaus, indem sie mehrere Open-Source-Frameworks integriert und damit alternative Programmiermodelle unterstützt. Dazu zählt Apache Struts, das für die Entwicklung von Web-Anwendungen gedacht ist und eine Alternative zu Suns Java Server Pages darstellt. Außerdem greift Bea auf Beehive zurück, das einen von Metadaten getriebenen Ansatz für die Programmierung von Web-Services realisiert. Hinzu kommt schließlich das ebenfalls freie "Spring"-Framework für die Entwicklung von Enterprise Javabeans.

Bea zeigt damit die Richtung auf, in die das Unternehmen mit seinem Applikations-Server steuern möchte. Dazu soll nach Auskunft des Marketing-Managers Bill Roth vor allem eine weit reichende Unterstützung für Script-Sprachen zählen. Dies betrifft anfangs solche Idiome, deren Interpreter in Java geschrieben wurden, etwa die Python-Implementierung "Jython". Außerdem erwägt die Firma, die von Macromedias "Cold Fusion" stammende Markup-Sprache (CFM) zu unterstützen.

Nachdem bereits IBM (siehe: IBM gibt PHP Rückendeckung) und Oracle (siehe: Oracle umwirbt PHP-Entwickler) Kooperationen mit Zend über die bessere Integration von PHP in ihre J2EE-Server schlossen, plant offenbar Bea nun ähnliche Schritte. Roth zufolge würde Bea neben Java auch gerne .NET unterstützen. Er stellte dafür allerdings die Bedingung, dass Microsoft die Ablaufumgebung Common Language Runtime (CLR) als Open Source freigebe. Deshalb dürfte ein solcher hybrider Applikations-Server aus dem Hause Bea wohl noch auf sich warten lassen.

Zu den sonstigen Neuerungen (siehe: Bea Systems stellt neuen Applikations-Server bereit) von Weblogic 9.0 gehören insbesondere verbesserte Managementfunktionen. Dazu zählt die Administrationskonsole, die nun in Form von Portlets vorliegt und sich daher in Portaloberflächen einbetten lässt. Außerdem kann ein Update des Applikations-Servers eingespielt werden, ohne das System neu starten zu müssen. (ws)