Videokonferenzen

Zuhause in der Ferne treffen

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Man muss nicht immer woandershin fahren, um an wichtigen Besprechungen und Konferenzen teilzunehmen. Heute kann man vieles auch per Videokonferenz erledigen. Das spart Kosten, schont Umwelt und Nerven – und dennoch kann man seinem Gesprächspartner in die Augen blicken. Doch viele Menschen wissen die Vorteile von Videokonferenzen noch nicht zu schätzen.

„Auf Dienstreise gehen, das klingt toll, ein bisschen wie Urlaub. Spannende Orte, ferne Länder – doch erholt kommen nur die Wenigsten zurück", schreibt Sven Astheimer im „FazNet" im Artikel „Wir sind reisefertig". Die „Ostthüringer Zeitung" regt sich darüber auf, dass immer noch Tausende von Beamten zwischen Berlin und Bonn hin und her pendeln: „Zehn Millionen Euro nur für Dienstreisen zwischen Bonn und Berlin", heißt es dort tadelnd.

Dass es auch anders geht, wollen die Anbieter von Videokonferenzsystemen beweisen. Wie etwa das Unternehmen Cisco, das mit so genannten Telepresence-Systemen Videokonferenzräume anbietet. Es ist ein schöner Tag im Mai 2009, als eine Premiere dafür bei T-Systems stattfindet. In Berlin, Bonn, Frankfurt, München, Darmstadt und Stuttgart hält die Deutsche Telekom, die für ihre Geschäftskunden den Live-Conferencing-Dienst Telepresence anbietet und die dafür notwendige Hardware von Cisco bezieht, erstmals eine Pressekonferenz an mehreren Standorten gleichzeitig ab.

Die Ausführung des Konferenzraums ist originell, denn nur die Hälfte des Raums ist real, in der anderen Hälfte Seite „sitzen" virtuell die zugeschalteten Vertreter in den anderen Großstädten, die aber nur auf der Leinwand zu sehen sind. Doch bald vergessen die Teilnehmer fast, dass die anderen per Ton und Bild nur zugeschaltet sind.

Telefone wie das Cisco Cius haben Bildtelefonie schon eingebaut.
Telefone wie das Cisco Cius haben Bildtelefonie schon eingebaut.
Foto: Cisco

„Immersive Telepresence" heißt diese teure Lösung im Firmenjargon, ein vollausgestatteter Meeting-Raum mit einer optimalen Anordnung von Tisch, Kameras und großformatigen HD-Bildschirmen. Preiswerter ist es, sie nur dann anzumieten, wenn man sie braucht. Der nächste Schritt auf dem Weg zur Professionalität sind Videokonferenzlösungen, „Multipurpose Systeme", die sich auch für größere Konferenzräume oder Besprechungszimmer eignen. Daneben gibt es Personal Video-Systeme, kompakte Lösungen für unterwegs, für das Videotelefonieren am eigenen Büroschreibtisch oder auch im Homeoffice.