"Insurance Files" bei Wikileaks

Wo sind die Snowden-Dokumente?

20.08.2013
Der britische Geheimdienst hat digitale Dokumente beim "Guardian" zerstört. Doch die der Londoner Zeitung überlassenen Informationen des ehemaligen Geheimdienstlers Edward Snowden sind damit wohl nicht verloren. Es existieren weitere Kopien.

Snowden selbst antwortete Mitte Juni ausweichend auf die Frage, wie viele verschiedene Menschen Kopien der Unterlagen hätten. "Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass die US-Regierung das nicht verdecken kann, indem sie mich einsperrt oder umbringt", schrieb er in einer Fragerunde des "Guardian". Beobachter werteten das als Hinweis, dass weitere Versionen der Dokumente existieren.

Wikileaks ruft dazu auf, verschiedene verschlüsselte "Insurance Files" zu spiegeln - das könnten Informationen von Whistleblower Edward Snowden sein.
Wikileaks ruft dazu auf, verschiedene verschlüsselte "Insurance Files" zu spiegeln - das könnten Informationen von Whistleblower Edward Snowden sein.
Foto: YouTube / Guardian

Die Enthüllungsplattform Wikileaks verbreitete am Dienstag mehrere Links zu verschlüsselten Dateien, die sie als "Versicherung" bezeichnete. "Die Zerstörung von Festplatten mit Snowden-Material beim Guardian zeigt, warum es für Wikileaks nötig ist, Versicherungsdateien zu verbreiten", hieß es auf dem Twitterprofil der Enthüllungsplattform. Die zur Entschlüsselung der Daten nötigen Informationen veröffentlichte Wikileaks nicht.

Der "Guardian"-Chefredakteur Alan Rusbridger hatte berichtet, die Zeitung habe Festplatten mit Snowden-Dokumenten zerstören müssen. Zwei Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes GCHQ hätten das überwacht.

Der "Guardian"-Journalist Glenn Greenwald und die Dokumentarfilmerin Laura Poitras arbeiten mit Snowden zusammen. Greenwalds am Wochenende in London stundenlang festgehaltener Lebenspartner David Miranda war der "New York Times" zufolge als Datenkurier auf dem Rückweg von einem Treffen mit Poitras. Die britischen Behörden nahmen ihm alle Datenträger ab.

Neben dem "Guardian" konnten die "Washington Post" und das deutsche Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" einen Teil von Snowdens Unterlagen einsehen. (dpa/tc)