Gewagte Gartner-Prognose

Windows Phone überholt Apples iOS

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Bis zum Jahr 2015 könnte Microsoft mit dem Mobile-Betriebssystem Windows Phone an Apples iOS vorbeiziehen, orakelt Gartner.
Nokias Lumia 800 - laut Konzernchef Stephen Elop "das erste richtige Windows Phone".
Nokias Lumia 800 - laut Konzernchef Stephen Elop "das erste richtige Windows Phone".
Foto: Nokia

Mit ihrer Prognose zum Mobile-Markt lehnte sich Gartner-Analystin Carolina Milanesi weit aus dem Fenster. Vorausgesetzt die strategische Partnerschaft zwischen Microsoft und Nokia entwickle sich positiv, könne es der Windows-Company gelingen, am Erzrivalen Apple vorbeizuziehen, erklärte die Mobile-Expertin auf dem Gartner Symposium ITxpo in Barcelona. Windows Phone könnte dann einen Marktanteil von 19 Prozent verbuchen.

Unangefochtene Nummer eins im Markt für mobile Betriebssysteme bleibt den Gartner-Schätzungen zufolge aber Google mit Android. Das Open-Source-System gewinne unter anderem auf Kosten von Symbian Marktanteile. Neben den großen drei Playern könne sich auch RIM halten. Der Blackberry-Hersteller werde sich bis zum Jahr 2013 auf Platz vier im Markt der mobilen Plattformen verbessern.

Smartphones und Tablets entwickeln sich unterdessen zum Massenmarkt, berichtete Milanesi weiter. Das liege nicht zuletzt an den schnell sinkenden Preisen für die mobilen Devices. Vollwertige Smartphones, vor allem solche mit Android-Betriebssystem, seien inzwischen für weniger als 75 Dollar zu haben. Eine ähnliche Entwicklung erwartet sie im Tablet-Markt. Bereits im Jahr 2015 werde die Zahl der verkauften Smartphones die Milliardenmarke überschreiten.

Unternehmen sollten sich darauf einstellen, künftig mindestens drei Smartphone-Betriebssysteme zu unterstützen, empfahl die Analystin. Einige IT-Verantwortliche dürften sich gar mit vier oder fünf verschiedenen Plattformen konfrontiert sehen.