Gehaltsangabe im Anschreiben

Wieviel weniger Einkommen darf es werden?

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Ein erfahrener Berater, der wechseln will, hat so seine Probleme mit der Gehaltsangabe im Anschreiben. Was tun - gar nichts angeben, ehrlich bleiben?

"Ich arbeite seit über 20 Jahren festangestellt bei einem großen IT-Dienstleister. Nun steht ein Wechsel an. Ich möchte gerne zu einem Mittelständler, weil ich glaube, dass ich dort bessere Chancen habe, zumal auch viel mehr Mittelständler als Großunternehmen Mitarbeiter suchen. Problematisch dürfte mein Gehalt sein, das Richtung sechsstellig geht. Ein Mittelständler bot mir gar 55.000 Euro an. Ich bin bereit, auf bis 20 Prozent zu verzichten, aber wie soll ich das erklären? Wenn ich das aktuelle Gehalt angebe, nimmt mich kein Mittelständler (zu teuer), wenn ich schreibe, dass ich bereit bin, auf Gehalt zu verzichten, werden sie fragen, was das für ein komischer Kandidat ist, der freiwillig weniger verdienen will, und wenn ich nichts angebe, gelte ich als nicht informiert und ohne klare Vorstellungen."

Foto: Timo Lüscher, Michael Page International (Deutschland) GmbH

Timo Lüscher vom Personaldienstleister Michael Page hat ein paar Tipps für den Berater auf dem Sprung: "Da Sie zur Zeit bei einem IT-Dienstleister arbeiten, gehe ich von einer recht hohen Reisetätigkeit aus. Bei einem Wechsel zu einem Mittelständler in eine Inhouse-Position würde diese zwar nicht wegfallen, aber bestimmt drastisch reduziert werden. Dies ist sicherlich das stärkste Argument einen Gehaltsverzicht plausibel zu erklären.

In Ihrem Falle würde ich kein Gehalt angeben, sondern vielmehr darauf hinweisen, dass Ihre Einkommensvorstellungen verhandelbar sind und sich an Aufgabenstellung und Verantwortungsbereich bemessen. Dies sollten Sie direkt im Anschreiben erwähnen.

Sollten Sie über eine Personalberatung vorgestellt werden, fällt dieser Punkt erst gar nicht ins Gewicht. Ein guter Berater wird Sie nur vorstellen, wenn alle Rahmenbedingungen passen und kann durch seinen direkten Kontakt ins Unternehmen die Gehaltsfrage direkt klären."