ÖkoBusinessPlan für Unternehmen

Wien fördert Green IT

Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Als eine der ersten europäischen Städte macht Wien einen richtungsweisenden Schritt in Richtung Klimaschutz: Die Wiener Umweltschutzabteilung bietet im Rahmen des ÖkoBusinessPlans Wiener Unternehmen ein umfangreiches Beratungsangebot in Sachen energieeffiziente IT.
"Wir wollen die Dynamik im Bereich der Green IT für den Wirtschaftsstandort Wien nutzen und grüne IT-Projekte stärken", sagt Wiens Umweltstadträtin Magister Ulli Sima.
"Wir wollen die Dynamik im Bereich der Green IT für den Wirtschaftsstandort Wien nutzen und grüne IT-Projekte stärken", sagt Wiens Umweltstadträtin Magister Ulli Sima.

Der Energieverbrauch von Servern und der Server-Infrastruktur wird sich laut Experten bis 2011 annähernd verdoppeln - wenn nicht gegensteuernde Maßnahmen ergriffen werden. Einen Ausweg bieten intelligente, grüne IT-Konzepte. Damit könnte der Energieverbrauch bis zum Jahr 2011 gegenüber einem "Business-as-Usual"-Szenario um etwa 25 Prozent reduziert werden.

Besonders die Kühlung der Server ist energieintensiv - rund 50 Prozent der Strommenge, die für die Rechenleistung benötigt wird, werden hier verbraucht. Um die Kosten im Griff zu behalten, müssen IT-Verantwortliche auch den Energieverbrauch von Klimaanlagen im Rechenzentrum begrenzen. Durch eine Reihe neuer Verfahren können Kühlzonen und damit auch die Energiebilanz optimiert werden. Bereits die richtige Position der Klimaanlagen im Rechenzentrum kann beachtliche Effekte haben.

Nach einer Experton-Studie wissen die allermeisten IT-Verantwortlichen nicht, wieviel Energie Ihre Rechenzentren brauchen.
Nach einer Experton-Studie wissen die allermeisten IT-Verantwortlichen nicht, wieviel Energie Ihre Rechenzentren brauchen.
Foto: Experton Group

Solches Wissen, wie der Energiebedarf von Rechenzentren gesenkt werden kann, fehlt vielen Anwendern. Laut einer Studie der Experton Group von Anfang 2009 kennen 85 Prozent der für Green IT zuständigen Verantwortlichen den konkreten Energiebedarf ihrer IT-Infrastruktur nicht. Der logische nächste Schritt - die Technik zu modernisieren und damit ökonomisch und ökologisch zu handeln - erfolgt damit viel zu selten.

Umwelt-Paket der Stadt Wien

Dieses zu ändern hat sich der ÖkoBusinessPlan Wien mit dem neuen Beratungsangebot Green IT zum Ziel gesetzt. Der ÖkoBusinessPlan ist das Umwelt-Service-Paket der Stadt Wien für Wiener Unternehmen. Gemeinsam mit den Betrieben werden im Rahmen des ÖkoBusinessPlans intelligente, grüne IT-Konzepte entwickelt, um den Energieverbrauch bei Servern und Computern zu mindern. "Umweltfreundliche Technologien leisten nicht nur einen positiven Beitrag für den Umweltschutz, sondern sind ein wesentlicher Kostenfaktor", sagte Umweltstadträtin Magister Ulli Sima im Rahmen eines Pressegesprächs in Wien. "Wir wollen die Dynamik im Bereich der Green IT für den Wirtschaftsstandort Wien nutzen und grüne IT-Projekte stärken."

In Absprache mit dem Städtischen Energieeffizienz-Programm (SEP) und in Einklang mit den Zielsetzungen des Wiener Klimaschutzprogramms (KliP) und des Ökostromfonds erhalten interessierte Unternehmen ein umfassendes Beratungsangebot und Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung maßgeschneiderter Effizienzmaßnahmen.

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