Wie Lernen am Arbeitsplatz funktioniert

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Die IT-Tochter eines Hamburger Versandhändlers bildet ihre Mitarbeiter am Arbeitsplatz aus. Als Ergebnis winkt ein anerkanntes Zertifikat

Der Hamburger IT-Dienstleister E-Velopment hat sich vor gut einem Jahr dazu entschlossen, Quereinsteigern im Rechenzentrum, also Mitarbeitern ohne IT-Erstausbildung, eine IT-Personalzertifizierung zu ermöglichen. „Uns geht es darum, dass sich die Mitarbeiter von der rein produktspezifischen Betrachtungsweise lösen und Arbeitsmethoden erlernen, die von einer Gesamtsicht, was IT zu leisten hat, geprägt sind“, so RZ-Leiter Wolfgang Meinecke. Die Personalzertifizierung findet an einem Projekt direkt am Arbeitsplatz statt. Die abchließenden Prüfungen nimmt Cert-IT ab.

 Diese Personalzertifizierungsstelle wurde 2003 in Berlin von den Sozialpartnern der IT-Industrie gegründet, die zuvor auch bei der Entwicklung des IT-Weiterbildungssystems mitgearbeitet hatten. Dieses sieht nach einer ersten IT-Basisausbildung die Spezialisierung auf eines von 29 IT-Spezialistenprofilen aus Gruppen wie Administrator, Koordinator oder Softwareentwickler vor, wobei jedes Profil durch spezifische Arbeitsprozesse und Kompetenzfelder exakt definiert wurde. Cert-IT übernimmt die Zertifizierung anhand dieser IT-Spezialistenprofile. Zugelassen werden sowohl Absolventen von IT-Studiengängen und technischen Ausbildungen als auch Quereinsteiger ohne einschlägigen Abschluss mit entsprechender IT-Berufserfahrung.

 Harry Machura erhielt als erster Mitarbeiter von E-Velopment nach einer zwölfmonatigen Qualifizierung sein Zertifikat als IT-Systemadministrator. Mit einer kaufmännischen Ausbildung und Berufspraxis im Supportumfeld war Machura am Projekt „Einführung einer automatisierten Softwareverteilung“ beteiligt. Die wichtigsten Schritte waren die Auswahl des geeigneten Projekts, die Planung, Umsetzung und Dokumentation der einzelnen Schritte und eine abschließende Prüfung bestehend aus einer Präsentation des Projekts und einem Fachgespräch. Theoretische Grundlagen zu den einzelnen Verfahrensweisen wie Konflikt-Management und Mind-Mapping sowie Projekt-Tools erlernte Machura außer Haus bei einem Bildungsträger. (hk)

E-Velopment

• Die Hamburger E-Velopment GmbH bietet mit "360e" eine IT-Komplettlösung für den Versandhandel von der Beratung über die Entwicklung und Realisierung bis hin zum Betrieb der Applikationen. Ein weiterer Auf-gabenbereich besteht in der Gesamtbetreuung des Rechenzentrums der Konzernmutter H. Schneider GmbH Co. KG, Wedel, einem Handelsunternehmen für Prämien- und Werbegeschenke, sowie deren Töchtern mit einem Netzwerk von rund 600 Anwendern an über zehn Standorten im deutschsprachigen Europa. Für diese Aufgabe stehen Wolfgang Meinecke, Leiter des 7x24-Rechenzentrums der E-Velopment GmbH, 14 der insgesamt 60 Mitarbeiter zur Verfügung.