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Wie gut geht´s Compaq?

30.06.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Branchenexperten sind sich noch nicht ganz einig, ob es Compaq mittlerweile wieder gut geht oder nicht. Das zweite Geschäftsquartal des PC-Primus steht kurz vor der Vollendung, aber noch bildet sich kein klares Bild heraus, wie die nahe Zukunft für die Texaner zu beurteilen ist.

Richard Gardner, Analyst von Salomon Smith Barney, hat seine Aktienbewertung für Compaq von "kaufen" auf "neutral" heruntergestuft. Gardner argumentiert dabei mit der anhaltenden Schwäche Compaqs bei PC-Verkäufen. Merrill-Lynch-Analyst Steve Fortuna sieht hingegen, dass sich Compaqs in der Vergangenheit häufig desolate Inventarsituation ziemlich entspannt habe. Compaq sehe auch keine Veranlassung, seine Preispolitik oder Verkaufsstrategie zu ändern.

Compaqs PC-Division für professionelle Anwender, also Unternehmen, hatte in den vergangenen Quartalen ständig heftige Verluste hinnehmen müssen. Die roten Zahlen haben sich aber von Quartal zu Quartal reduziert. Im Consumer-Segment hat Compaq - zwar auf niedrigem Niveau - sogar Gewinne erwirtschaftet. Analyst Fortuna sagte denn auch, Compaq habe mittlerweile einige Defizite bezüglich seines Distributionsmodells erfolgreich beheben können. Der Merrill-Lynch-Analyst glaubt, daß wegen der anziehenden Verkäufe von Systemen, die mit Windows 2000 ausgestattet sind, Compaqs Verkäufe im zweiten Halbjahr anziehen werden. Fortuna glaubt, dass Compaqs Umsatz für das zweite Quartal rund zehn Milliarden Dollar betragen wird. Das würde einer fünfprozentigen Steigerung gegenüber dem Zeitraum des Vorjahres entsprechen. Im März dieses Jahres hatte bereits das Beratungsunternehmen Gartner argumentiert, Compaq sehe besseren Zeiten entgegen, weil es die

Probleme, die mit der Akquisition von Digital Equipment und dem Austausch des Managements inklusive des CEOs Eckhard Pfeiffer einhergingen, mittlerweile erfolgreich aufgearbeitet habe.