Neofonie-Projekt

WePad soll Magazinen Brücke in digitale Welt bauen

30.03.2010
Dem iPad von Apple könnte in Deutschland eine ernste Konkurrenz erwachsen. Ein Tablet-Computer namens "WePad" aus Berlin soll für die Verlage zur Brücke zwischen Zeitungs- und Internet-Welt werden.

Ein neues Konzept soll Presseverlagen die eigenständige Vermarktung von redaktionellen Texten und Bildern im Internet ermöglichen. Der Berliner Technologie-Entwickler Neofonie hat dazu die Plattform "WeMagazine" und als Lesegerät den tastaturlosen Tablet-Computer WePad entwickelt, quasi einen Verwandten von Apples iPad. Am 12. April (vermutlich nicht ganz zufällig auch der Launch-Termin für die "Creative Suite 5" von Adobe) will das Unternehmen in Berlin die Einzelheiten einer Kooperation mit deutschen Verlagen bekanntgeben, sagte Neofonie- Geschäftsführer Helmut Hoffer von Ankershoffen der Nachrichtenagentur dpa.

Lena Meyer-Landrut lächelt vom WePad: Der "Stern" von G+J wurde bereits als App präsentiert.
Lena Meyer-Landrut lächelt vom WePad: Der "Stern" von G+J wurde bereits als App präsentiert.

Bislang ist nur bekannt, dass Gruner+Jahr mit von der Partie ist. Der Verlag präsentierte vergangene Woche eine elektronische Ausgabe seines Magazins "Stern". Hoffer sieht die Magazinverlage durch die Geschäftsstrategie des US-Computerkonzerns Apple bedroht. Wie beim Verkauf von Musik über die Plattform iTunes wolle Apple den Verlagen für des iPad "die Bedingungen diktieren, bis hin zur Vermarktung". WeMagazine sei dagegen eine offene Plattform, mit der die Verlage ihre Inhalte nach eigenen Vorstellungen gestalten und vermarkten könnten.

Neofonie will das WePad von Mai an vertreiben, die ersten iPads sollen in Deutschland Ende April in die Läden kommen. Wie Hoffer sagte, ist daran gedacht, die flachen WePad-Computer mit Berührungsbildschirm auch subventioniert und entsprechend vergünstigt über die Verlage zu vertreiben. Anders als das iPad besitze das 29 mal 19 Zentimeter große WePad eine Kamera (Webcam), zwei USB-Anschlüsse und einen Speicherkartenleser. Das Gerät unterstützt auch die Adobe-Techniken Flash und AIR. Es basiert auf Hardware der Asus-OEM-Sparte Pegatron und arbeitet mit dem von Google initiierten Betriebssystem Android.

Mit seiner Ankündigung des iPad hatte Apple-Chef Steve Jobs im Januar große Euphorie in der Branche ausgelöst. Dem Erfinder des populären iPhone wird zugetraut, ein solches Lesegerät zum Erfolg zu bringen und für Verlagsinhalte eine ganz neue Plattform zu bieten. Das iPad wird es in zwei Ausführungen geben, neben dem WLAN-Zugang unterstützt die teurere noch eine schnelle Mobilfunkverbindung. In den USA kommt das Gerät in der Nacht zum 3. April auf den Markt, die erste Auflage ist aber bereits vergriffen. Für die Verlagsinhalte erweitert Apple sein Angebot bei iTunes. (dpa/tc)