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Was kann der Ultrasparc-IV wirklich?

26.03.2004

Sun hat dieser Tage begonnen, erste Dual-Core-"Jaguar"-Prozessoren an Kunden auszuliefern. Um den neuen Ultrasparc-IV zu pushen, veröffentlichte der Hersteller einige Daten von Early Adopters und Benchmark-Tests. Der US-Flugzeugbauer Boeing beispielsweise setzt den Chip in parallelen Supercomputern ein und vermeldet gegenüber bisherigen Ultrasparc-III-Systemen eher vage "signifikante" Leistungsgewinne.

Schon spezifischer äußerte sich Siemens, das seine Telco-Switching-Lösung "TSP7000" mit dem Ultrasparc-IV getestet hat. Diese besteht aus einem Vier-Node-Sunfire-Cluster mit Oracle-Datenbank. Die Switching-Anwendung läuft ersten Tests zufolge etwa 50 Prozent schneller als zuvor auf dem Ultrasparc-III.

Im "Stream"-Benchmark, der wie viele andere den Datendurchsatz im Speicher misst, kam ein voll ausgebauter "Enterprise 25K" mit 144 Cores (72 Prozessoren mit 1,05 Gigahertz Takt) auf 68,2 GB pro Sekunde und war damit schneller als ein "Sunfire 15k" mit Ultrasparc-IIIs (50,2 GB/s) und auch schneller als ein pSeries 690 "Regatta" von IBM mit 32 auf 1,7 Gigahertz getakteten Power4+-Prozessoren (51,5 GB/s).

Freundlicherweise verschwiegen hat Sun in seiner Pressemitteilung allerdings, dass ein "Integrity"-Superdome von HP mit 64 auf 1,5 GHz getakteten Itanium-2-Prozessoren im Stream-Test auf eine Memory Bandwidth von 82,7 GB/s kam. Ganz zu schweigen vom Alphaserver GS 1280 "Marvel", der mit seinen 64 1,15 GHz schnellen Alpha-EV7-CPUs alle andere SMP-Systeme mit 347,7 GB/s im Stream(copy) völlig in den Schatten stellt. Der Marvel verwendet eine Switch-lose Mesh-Architektur (die eine gewisse Ähnlichkeit zu AMDs "Hypertransport" aufweist) mit einer 32GB/s-Full-Duplex-Pipe direkt zum Prozessor. (tc)