Business Intelligence

Was bieten Open-Source-Lösungen?

Daniela Hoffmann ist freie IT-Fachjournalistin in Berlin.
Im BI-Umfeld werden Open-Source-Tools für Reporting, Olap und Data Warehouses zunehmend salonfähig. Experten raten jedoch zu professionellen Editionen inklusive Support.

"Runterladen und glücklich werden gibt es leider nicht", meint Andreas Bitterer, Research Vice President bei Gartner. Deshalb werde der Markt vor allem von kommerziellen Vendors und Integratoren getrieben, die die Open-Source-Tools in ihre Produkte einbauen. "Open-Source-BI hat große Wachstumschancen, allerdings von einer recht kleinen Basis aus", meint Bitterer. Bis 2012 soll sich die Anzahl der Open-Source-BI-Implementierungen laut Gartner verfünffachen. Bisher machen die quelloffenen Lösungen nur etwa ein bis zwei Prozent des gesamten BI-Marktes aus. "Open-Source-BI-Tools sind schon lange kein Spielzeug mehr", meint Michael Weck, Consultant beim BI-Analysten- und Beratungshaus Mayato: "Ohne Supportkomponente sind sie allerdings etwas für Bastler." Auch Bitterer sieht den Supportvertrag als unerlässlich für Unternehmen: "Wenn es um den produktiven Einsatz der Lösung geht, sollte man sich nicht nur auf die Community verlassen, sondern im Problemfall immer kurzfristig einen Experten ans Telefon bekommen."

"Zu den Schwächen freier Open-Source-Lösungen zählt, dass es kaum oder weniger Support, keine Zusatzprodukte und keine Garantie gibt. Handbücher und Dokumentationen werden nicht permanent weiterentwickelt und aktualisiert", sagt auch Barbara May, Marketing Manager Software bei Sun Microsystems GmbH. Der Hersteller unterstützt eine Reihe von Open-Source-BI-Tools wie Kettle, Talend und die Jasper for MySQL OEM Edition, zudem hat Sun mit ETL SE (ETL = Extract, Transform, Load) eine eigene Open-Source-Komponente für die Datenintegration entwickelt.

Ganz kostenlos ist Open-Source-BI also für Unternehmen, die Wert auf (Rechts-)Sicherheit legen, in der Regel nicht. Wer Support will, muss sich an die Enterprise- oder Professional Editions der Anbieter halten. Dennoch haben die kostenlosen Community-Editions auch Vorteile für Unternehmen. "Zum Einstieg nutzen die meisten Anwender die kostenlose Edition. In der Testphase wird auch etwas Improvisation in Kauf genommen. Nach einigen Wochen oder Monaten wechseln Unternehmen dann meist auf die kommerziellen Editionen mit Support und mehr Features", behauptet Kristian Raue, CEO des Open-Source-BI-Anbieters Jedox AG. Ebenso wie im Funktionsspektrum unterscheiden sich die Lösungen jedoch auch in der Abgrenzung zwischen den kostenlosen und den professionellen Versionen.