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Walt Mossberg empfiehlt Firefox

30.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Walt Mossberg, Kolumnist des "Wall Street Journal", gilt unter Experten als der einflussreichste Hightech-Journalist der Vereinigten Staaten von Amerika (einen interessanten Hintergrundbericht über seine Macht hat vor einiger Zeit die Zeitschrift "WIRED" veröffentlicht). In der aktuellen Ausgabe von "Personal Technology" hat sich Mossberg das Thema Webbrowser vorgenommen. Er kommt dabei zu dem Schluss, dass Mozillas "Firefox" den in puncto Marktanteil weiterhin dominierenden Internet Explorer von Microsoft bei Sicherheit und coolen Features abgehängt hat.

Mossberg nutzt den Firefox schon seit Monaten und empfahl seinen Lesern bereits im September erstmals den Wechsel auf den Open-Source-Browser. An diesem lobt er unter anderem seine höhere Sicherheit (auch wenn er einräumt, dass kein Browser, schon gar nicht wenn er auf dem per se unsicheren Windows laufe, vollkommen sicher sein könne) unter anderem wegen der Nichtausführung von Active X, seinen besseren Pop-up-Blocker, die Tabbed-Browsing-Funktion, die RSS-Unterstützung, die dauerhaft eingeblendete Suchbox sowie die Extensions-Architektur.

Der Internet Explorer hingegen habe in den vergangenen Jahren mit Ausnahme des erst mit XP SP2 eingeführten Pop-up-Blockers praktisch keine funktionalen Verbesserungen mehr erfahren, bemängelt Mossberg. Die meisten Upgrades hätten lediglich "unter der Haube" zahlreiche Sicherheitslecks gestopft, die den Microsoft-Browser zu einem zentralen Ansatzpunkt für Hacker, Virenschreiber und Spyware-Verbreiter gemacht hätten. Inzwischen bauten einfach andere die besseren Browser (erwähnt werden neben Firefox auch noch Apples "Safari" und "Opera", den Mossberg aber zu kompliziert findet) - so wie dies Microsoft in den 1990-Jahren getan habe, als es den seinerzeit dominierenden "Netscape Navigator" herausforderte und schlussendlich besiegte.

Beim Firefox gebe es eigentlich nur einen einzigen Nachteil, so Mossberg - es gebe leider Websites, vor allem im Finanzbereich, die speziell auf den Internet Explorer zugeschnitten seien und mit dem Mozilla-Browser nicht oder nur schlecht funktionierten. Man könne ja aber den Internet Explorer für solche Ausnahmen weiter installiert lassen - eine komplette Deinstallation erlaube Microsofts Betriebssystem ohnehin nicht -, und es gebe sogar eine Firefox-Extension "View this page in IE".

Kurzum, so Walt Mossberg, der Firefox sei gegenwärtig sein Browser der Wahl (dem schließen wir uns im Übrigen an). Er verhalte sich im Jahr 2004 zum Internet Explorer so wie der IE 1996 gegenüber Netscape - der Neuankömmling mache den besseren Job. (tc)