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Wachstumsstörungen im deutschen PC-Markt

05.02.2001
Auch Europa-Spitzenreiter Deutschland enttäuschte im vierten Quartal 2000: Nach jüngsten Ergebnissen von Dataquest wuchs der PC-Markt hierzulande gegenüber dem Vorjahreszeitraum lediglich um magere drei Prozent.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auch Europa-Spitzenreiter Deutschland enttäuschte im vierten Quartal 2000: Nach jüngsten Ergebnissen von Dataquest wuchs der PC-Markt hierzulande gegenüber dem Vorjahreszeitraum lediglich um magere drei Prozent. Als akute Schwachstelle identifizierten die Auguren der Gartner-Tochter das professionelle Kundensegment.

Während der deutsche PC-Markt im Consumer-Bereich ein gesundes Wachstum von 11,3 Prozent verzeichnen konnte, kam es im professionellen Segment gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu einem Rückgang um 2,4 Prozent. Ähnlich wie im vorhergehenden dritten Quartal hätten der anhaltend schwache Euro die negativen Auswirkungen der schleppenden Migration auf Windows 2000 sowie einer weiteren Margenerosion im Großkundengeschäft das Investitionsverhalten beeinflusst, erklärt Dataquest-Analyst Thomas Reuner.

Marktführer in Deutschland ist wie gehabt Fujitsu-Siemens (FSC). Allerdings büßte der Marktführer im vergangenen Quartal über vier Prozent Marktanteil ein (aktuell: 21,1 Prozent) und musste einen Stückzahlenrückgang um 14 Prozent hinnehmen. Als mögliche Ursachen nennen die Marktforscher wiederholte Wechsel im Management, unklare strategische Vorgaben sowie eine Rückbesinnung auf Profitabilität anstelle aggressiven Marktwachstums. Dank des stärkeren Wachstums im Consumer-Bereich hingegen konnten Compaq mit einem Marktanteil von 11,8 Prozent und Hewlett-Packard (6 Prozent) ihre zweite beziehungsweise dritte Position weiter festigen. IBMs beachtlicher Stückzahlenzuwachs um 40,7 Prozent ist laut Dataquest dem Erfolg

im Notebook-Geschäft zuzuschreiben. Mit 4,7 Prozent belegt Big Blue Platz vier, gefolgt von Acer (4,5 Prozent). Die Taiwaner konnten ihre Position insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) festigen.

Trotz der eher bescheidenen Ergebnisse sieht Reuner Licht am Ende des Tunnels. So baut der Marktexperte auf die sich abzeichnende Erholung des Euro sowie eine deutliche Belebung des Marktes durch Windows 2000 gegen Mitte des Jahres. "Die Schwäche des US-Marktes wird nicht zuletzt die Aufmerksamkeit vieler Unternehmen wieder auf Europa lenken", so der Dataquest-Analyst.