Arbeitsministerin

Von der Leyen fordert Mitbestimmung auch in der Cloud

08.12.2012
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat sich dafür ausgesprochen, das traditionelle Konzept der Mitbestimmung in die neuen digitalen Arbeitswelten zu übertragen.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU)
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU)
Foto: Laurence Chaperon

Wer die flexiblen Arbeitsmodelle in der Cloud, etwa mit kurzfristigen Projektaufträgen über das Internet, nur unter Kostengesichtspunkten sehe, werde schnell zu den Verlierern der digitalen Arbeitswelt gehören, sagte die CDU-Politikerin am Freitag auf einer Konferenz der Wochenzeitung "Die Zeit" über die Zukunft der Arbeit. Gewinnen würden diejenigen, die das Grundprinzip des Internets, die Partizipation, in der Organisation der digitalen Arbeitswelt erfahrbar machen könnten.

Mobile Geräte mit ständigem Anschluss beschleunigten die Entgrenzung von Arbeit und Freizeit, sagte von der Leyen und warnte vor negativen Folgen: "Burnout ist kein Fachbegriff, er ist ein sehr plastischer Begriff, der genau beschreibt, was da passiert." Dies dürfe nicht als Modeerscheinung abgetan werden. Jährlich gingen 53 Millionen Krankheitstage in Deutschland auf psychische Erkrankungen zurück. Dies bedeute einen volkswirtschaftlichen Schaden von acht Milliarden Euro. "Das ist ein handfester Faktor, das ist keine Befindlichkeitsstörung." Die Arbeitsministerin rief deswegen die Teilnehmer der Konferenz dazu auf, "ein völlig neues Verständnis von Führung" zu entwickeln und "Werte, die uns stark gemacht haben, zu übersetzen in die digitale Welt". (dpa/tc)