Freiberufler-Studie 2011

Verteilte Projektteams liegen im Trend

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Fachkräftemangel, komplexe Projekte und verteilte Teamarbeit haben IT-Chefs als größte Herausforderungen ausgemacht, so das Ergebnis einer umfangreichen Freiberuflerstudie der COMPUTERWOCHE.
Teil 3
Teil 3
Foto: Fotolia.de/fhmedien_de

Für die 341 IT-Entscheider, die sich an der CW-Umfrage beteiligt haben (siehe Kasten "IT-Freiberufler-Studie 2011"), steht fest, was den IT-Projektmarkt maßgeblich beeinflussen wird: Neben dem Fachkräftemangel (80 Prozent) sind es die steigende Komplexität der Projekte (60 Prozent) sowie der wachsende Anteil von verteilten Projektteams (42 Prozent). Marktanalyst Hartmut Lüerssen, Partner der Lünendonk GmbH, bestätigt das: "Diese Faktoren stellen die Anwenderunternehmen vor große Herausforderungen, und für die Bewältigung dieser Aufgaben gibt es keine Patentrezepte." Anspruchsvoll sei auch die Vielfalt neuer Technologien, die die Verantwortlichen in den Firmen ebenfalls in den Griff bekommen müssten.

Hartmut Lüerssen, Partner der Lünendonk GmbH: "Es gibt keine Patentrezepte, wie Anwenderfirmen ihre Problemthemen wie Fachkräftemangel lösen können."
Hartmut Lüerssen, Partner der Lünendonk GmbH: "Es gibt keine Patentrezepte, wie Anwenderfirmen ihre Problemthemen wie Fachkräftemangel lösen können."
Foto: Lünendonk GmbH

Dass sich der Fachkräftemangel auf den IT-Projektmarkt auswirkt, kann Michael Kollig, CIO beim Lebensmittelkonzern Danone, bestätigen: "Wir finden nicht immer die geeigneten IT-Profis, deshalb setzen wir auch Freiberufler ein." Allerdings handle es sich dabei eher um Einzelfälle. Nur wenn das etablierte IT-Team, das heute schon aus internen und externen Kollegen bestehe, zu einem geforderten Termin nicht über die entsprechende Kompetenz oder Kapazität verfügt, greife er auf weitere Externe zurück. Sollte ein spezielles Know-how gefragt sein, hätten auch externe Einzelkämpfer gute Chancen, bei Danone beschäftigt zu werden.

Aus seinen täglichen Beobachtungen schließt Kollig, dass der Anteil der verteilten Projektteams weiter steigen wird. Was nicht überraschen dürfte, wenn man bedenkt, dass der Lebensmittelkonzern weltweit rund 100.000 Mitarbeiter in 130 Niederlassungen beschäftigt. Der CIO ist für die IT seines Konzerns in 30 Ländern in Europa sowie dem Mittleren Osten und Afrika zuständig. Dabei handelt es sich laut Kollig um 95 Geschäftseinheiten, die informationstechnisch zu sieben Clustern zusammengefasst wurden.

IT-Freiberufler-Studie 2011

341 Entscheider aus IT-Abteilungen in Unternehmen mit bundesweit mehr als 500 Mitarbeitern wurden von IDG Business Research Services zu Themen rund um das Thema IT-Freelancer befragt.

Sie beantworteten unter anderem Fragen nach den Rekrutierungswegen sowie der Zufriedenheit in puncto Zusammenarbeit mit den Externen und ihren Vermittlern. Auf dem Prüfstand standen auch IT-Projekte, bei denen IT-Freelancer eingesetzt werden.

Die COMPUTERWOCHE stellt die wichtigsten Ergebnisse ab dieser Ausgabe vor. Zuvor hatten sich Personaldienstleister in einem Zweiteiler zu Trends im Freiberuflermarkt geäußert.

Folgende Unternehmen haben die "IT-Freiberufler-Studie 2011" unterstützt: Gulp Information Services GmbH, Solcom Unternehmensberatung GmbH, Reutax AG, top itservices AG, Hays AG, Geco AG.

Die Mitarbeiter sind auf unterschiedliche Standorte in mehreren Kontinenten verteilt. Die Organisation der Danone-Gruppe ist laut Kollig relativ dezentral ausgerichtet, pro Land gibt es mehrere eigenständige Tätigkeitsfelder. Während Verantwortliche auf lokaler Ebene die Entscheidungen über ihre IT-Projekte selbst treffen können, werden übergreifende IT-Projekte in Zusammenarbeit mit den Kompetenzzentren umgesetzt. "Virtuelle Projektarbeit funktioniert über den Globus hinweg, und internationale Projektteams sind bei uns gelebter IT-Alltag", sagt der CIO.

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