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Verfassungsschutz will Quellcode von "Windows 2000" überprüfen

06.03.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Bundesinnenministerium steht in Verhandlungen mit dem Softwaregiganten Microsoft, um den Quellcode des im Februar auf den Markt gebrachten Betriebssystems "Windows 2000" überprüfen zu dürfen. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, befürchte der Softwarekonzern offenbar, dass seine neueste Windows-Version ohne amtliches Gütesiegel bei deutschen Behörden keine Verwendung findet und auch Privatkunden beim Kauf zögern. Hintergrund der Verhandlungen ist der Verdacht, das Betriebssystem könnte Sicherheitsmängel enthalten.

Obwohl bislang keine Indizien vorliegen, wird unter Experten diskutiert, ob mit Hilfe des Programmmoduls "Diskeeper" Daten auf der Festplatte von Windows-2000-Rechnern über das Internet ausspioniert werden können. Die Windows-Komponente ist ein Programm zur Festplattenwartung und wurde von der kalifornischen Firma Executive Software entwickelt, die dem Scientology-Mitglied Craig Jensen gehört. Mit Hilfe des Quellcodes könnten Verfassungsschützer feststellen, welche Funktionen Diskeeper tatsächlich beinhaltet.