HPs Outsourcing-Chef Michael Eberhardt:

"Utility-Services sind extrem flexibel"

23.04.2008
Die Vorteile der "Utility Sourcing Services" (USS) erläutert Michael Eberhardt, seit Ende letzten Jahres Leiter Outsourcing Services bei Hewlett-Packard (HP).

CW: Mit den Utility Sourcing Services bietet HP diverse Module an, die es Anwendern erlauben, IT-Ressourcen nach Bedarf zu beziehen und nach Verbrauch zu bezahlen. Um welche Module handelt es sich im Einzelnen, und wie viele Kunden konnten Sie dafür bereits gewinnen?

Eberhardt: Einige Themen bieten wir schon seit geraumer Zeit an - etwa das SAP-Hosting aus der ERP-Factory mit knapp 200 Kunden. Hinzu kommen etwa 30 bis 40 Kunden in den Bereichen Storage, Computing und Web-Services, für die die Module seit Ende letzten Jahres verfügbar sind. Die Module für Microsoft Dynamics, Datenbanken und E-Mail sind noch relativ neu, da haben wir momentan nur ein paar Referenzkunden. Aber wir spüren eine starke Nachfrage - sowohl in Deutschland als auch international.

CW: Worin unterscheiden sich die Utility Sourcing Services von anderen Managed-Services-Modellen?

Michael Eberhardt, HP: Je volatiler das Geschäft des Kunden, desto mehr kann er mit unserem USS-Modell einsparen.
Michael Eberhardt, HP: Je volatiler das Geschäft des Kunden, desto mehr kann er mit unserem USS-Modell einsparen.
Foto: Michael Eberhardt

Eberhardt: Sie sind wesentlich flexibler, da der Kunde den Verbrauch von null auf hundert oder von hundert auf null fahren kann. Das geht bei anderen Modellen nicht. Da gibt es vorher festgelegte Bandbreiten, innerhalb derer man skalieren kann. In der Regel kann der Anwender höchstens zehn Prozent der Gesamtsumme wieder kündigen - etwa wenn sein Geschäft schrumpft. Bei unseren USS kann er dagegen spontan festlegen, beispielsweise die Ressourcen für den SAP-Betrieb von 1000 auf 1500 User hochzuschalten. HP stellt die gewünschten Kapazitäten innerhalb von maximal fünf Tagen zur Verfügung. Umgekehrt kann der Kunde unseren Service schon nach drei Monaten wieder abmelden oder die Leistungen herunterfahren.

Managed Services

CW: Warum ist das herkömmliche Managed-Services-Modell dann so verbreitet?

Eberhardt: Vor allem die mittelständischen Anbieter machen das Gros ihrer Investitionen in Hard- und Software sowie in die Infrastruktur nach wie vor kundenbezogen. Das heißt, sie ermitteln für den jeweiligen Kunden eine bestimmte Größenklasse, in die sie investieren und an der sie den Vertrag ausrichten. Normalerweise wird eine bestimmte Laufzeit festgelegt, in der der Kunde monatlich eine bestimmte Summe zahlt. Und damit ist die Flexibilität natürlich begrenzt. Aber viele Unternehmen haben keine andere Wahl, wenn sie ihre Investitionen schützen, also das wirtschaftliche Risiko beherrschbar machen wollen.

CW: Und wie macht HP das Auslastungsrisiko beherrschbar?

Zur Person

Michael Eberhardt leitet seit Dezember vergangenen Jahres das Outsourcing-Geschäft von HP Deutschland. Eberhardt ist Maschinenbau-Ingenieur und startete seine Karriere bei der Homag AG. 1989 wechselte er zu IBM Global Services. 2000 wurde er Geschäftsführer Outsourcing bei TDS, stieg innerhalb eines Jahres zum Vertriebsvorstand auf und wurde einige Monate später zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Ende 2006 wurde TDS an Fujitsu Services verkauft. Im September 2007 kündigte Eberhardt seinen Abschied von der TDS AG an.

Eberhardt: Unsere Grundinvestition ist eine Art Shared-Service-Center, dessen Kapazitäten sich an der aktuellen Kundenbasis orientieren. Und dadurch, dass wir eine sehr große Kundenreichweite auf europäischer und teilweise sogar globaler Ebene haben, können wir das Risiko gut skalieren.

CW: Für welche Unternehmensgrößen eignet sich USS?

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