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US-Regierung setzt IT-Anbieter auf Diät

19.07.2004

Nach rund einem Jahrzehnt verlangsamt sich das Wachstum der IT-Ausgaben der US-Regierung wieder: In einer aktuellen Studie schätzt das New Yorker Marktforschungsinstitut Datamonitor , dass das IT-Budget von 46 Milliarden Dollar im Fiskaljahr 2004 (Ende: 30. September) bis 2009 nur noch um durchschnittlich vier Prozent pro Jahr zulegen wird. In den vergangenen zehn Jahren waren die IT-Investionen der US-Regierung noch jährlich um fünf bis zehn Prozent gestiegen.

Ein Großteil des neuen Wachstums bis 2009 – dabei handelt es sich immerhin um geschätzte 10,5 Milliarden Dollar – investiert die US-Regierung in ihr Kunden- beziehungsweise Bürgerbeziehungs-Management, in ERP und in IT-Security, so Datamonitor.

Aus Sicht der Marktforscher setzen eine stärkere Kontrolle sowie eine zentrale Planung der Ausgaben dem ungezügelten Wachstum nun ein Ende. Erst vor kurzem hatte der US-Rechnungshof beim Pentagon gravierendes Missmanagement und die Verschwendung von Steuergeldern in Milliardenhöhe angeprangert (Computerwoche.de berichtete). Laut Datamonitor wird die US-Regierung ihre Zulieferer künftig auch genauer überprüfen, nachdem festgestellt worden war, dass die US-Armee einen IT-Servicevertrag zweckentfremdete, um Verhörpersonal für irakische Gefängnisse anzuheuern (Computerwoche.de berichtete). Für weiteren Ärger hatte ein Auftrag in Höhe von bis zu zehn Milliarden Dollar gesorgt, den die USA an Accenture vergab. Der Dienstleister, der ein System zur Erfassung von in die

USA Reisenden entwickeln soll, hat seinen Firmensitz auf den Bermudas, gilt also in den USA als Steuerflüchtling (Computerwoche.de berichtete). (mb)