"WSJ"

US-Kartellwächter prüfen bei Google Android und Suche

11.08.2011
Die US-Wettbewerbshüter haben bei ihrer Untersuchung des Internet-Konzerns Google einem Zeitungsbericht zufolge Schlüsselbereiche wie das Geschäft mit der Internet-Suche und das Betriebssystem Android im Visier.
Statue am FTC-Dienstgebäude in Washington, D.C.
Statue am FTC-Dienstgebäude in Washington, D.C.

Unter anderem gingen sie der Frage nach, ob Google Hersteller von Android-Smartphones von einer Zusammenarbeit mit Konkurrenten abhalte, berichtete das "Wall Street Journal" am Donnerstag unter Berufung auf informierte Personen.

Außerdem prüften die Mitarbeiter der Handelsbehörde FTC Vorwürfe, wonach Google in den Suchergebnissen eigene Dienste bevorzuge und in seinen Angeboten auf unfaire Weise von Konkurrenten gesammelte Informationen verwende, etwa Bewertungen von Restaurants oder Geschäften.

Die FTC hatte die offizielle Überprüfung des Google-Geschäfts Ende Juni gestartet. Die genauen Ansatzpunkte wurden damals nicht bekannt. Weithin wurde vermutet, dass es um die Frage geht, ob der Konzern seine Vormachtstellung bei der Internet-Suche gegen Rivalen ausnutzt. Google weist die Vorwürfe von Konkurrenten zurück.

Schon seit Monaten kursierten Medienberichte, wonach Googles Kerngeschäft mit der Internet-Suche im Mittelpunkt des Interesses der Wettbewerbshüter stehe. Sollte die Untersuchung in einem Kartellverfahren münden, könnte es für den Internet-Konzern gefährlich werden. Denn in diesem Geschäft scheffelt Google bis heute den Großteil seiner Milliardengewinne. Der Konzern verkauft Anzeigen passend zu den Suchergebnissen - mögliche Auflagen könnten das Unternehmen also Geld kosten.

In den USA laufen mehr als 60 Prozent des Internet-Suchanfragen über Google, in einzelnen Teilen Europas sind es sogar 90 Prozent. In diesen Regionen ist Microsofts Suchmaschine Bing die einzig verbliebene relevante Konkurrenz. Die EU-Kommission hat deshalb bereits Ende vergangenen Jahres eine eigene Untersuchung eingeleitet, nachdem sich Rivalen über ihrer Ansicht nach unlautere Geschäftsmethoden beschwert hatten - darunter auch Microsoft. (dpa/tc)