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US-Dienstleister machen indischen Offshore-Anbietern Konkurrenz

06.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Indischen Offshore-Outsourcing-Firmen erwächst zunehmend Konkurrenz von international aufgestellten IT-Dienstleistern, darunter IBM, Accenture und Perot Systems. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der texanischen Sourcing-Beratungsfirma Technology Partners International (TPI). Die großen US-Konzerne böten zum Teil günstigere Preise und seien zudem in der Lage, ihre Dienstleistungen von mehreren Offshore-Standorten aus feilzubieten.

In der Vergangenheit hätten die Multinationals, wie TPI die etablierten Serviceriesen nennt, Outsourcing-Verträge abgelehnt, die ausschließlich Offshore-Dienste beinhalteten. Mittlerweile aber nähmen sie offenbar auch geringere Gewinnmargen in Kauf, um auf Kosten der indischen Rivalen Marktanteile zu gewinnen, berichtet Siddhart Pai, Partner bei TPI. Mit höheren Gehältern würden die US-Anbieter indische IT-Spezialisten von den einheimischen Unternehmen abwerben.

Dass die Multinationals zum Teil günstigere Preise bieten könnten, liege nicht zuletzt an den hohen Erwartungen der Finanzmärke an die schnell wachsenden indischen Offshore-Anbieter. Von ihnen würden Profitmargen von fast 30 Prozent erwartet, während Analysten bei den Multinationals mit Margen von weniger als 15 Prozent rechnen.

Zugute komme den etablierten Service-Companies auch ihre breite internationale Präsenz, beispielsweise in China, Lateinamerika oder Osteuropa. Vor allem große Kunden mit mehrjähriger Outsourcing-Erfahrung versuchten derzeit, Serviceaufträge an mehrere Offshore-Standorte zu vergeben. Sie erhofften sich davon weitere Kostenvorteile und eine Streuung des Risikos. Obwohl auch große indische IT-Dienstleister wie TCS und Infosys dabei seien, Offshore-Zentren außerhalb ihres Heimatmarktes aufzubauen, hätten die Multinationals in diesem Punkt Vorteile, so TPI. (wh)