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Update: Ist HP inzwischen größer als die IBM?

17.11.2006
Hewlett-Packard (HP) hat IBM wahrscheinlich als weltgrößten Computerkonzern entthront.

Auch den angeschlagenen PC-Hauptkonkurrenten Dell hat HP im dritten Quartal dieses Jahres als absatzstärksten Personal-Computer-Anbieter der Welt abgelöst. Als Druckerhersteller regierte HP weiterhin unumstritten an der Weltspitze.

Der HP-Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2005/2006 (31. Oktober) um sechs Prozent auf 91,7 Milliarden Dollar (71,6 Milliarden Euro). Der Jahresgewinn stieg massiv auf 6,2 (Vorjahr: 2,4) Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie legte im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 2,18 (0,82) Dollar zu, teilte HP mit Sitz in Palo Alto (Kalifornien) am Donnerstag nach Börsenschluss mit.

Die Wall Street erwartet für dieses Jahr einen IBM-Umsatz von rund 90,7 Milliarden Dollar. IBM hatte in den ersten neun Monaten dieses Jahres 65,1 Milliarden Dollar umgesetzt und sechs Milliarden Dollar Gewinn verbucht.

Die HP-Aktien sind dank der geschäftlichen Erfolge von HP-Konzernchef Mark Hurd seit Jahresbeginn um rund 42 Prozent in die Höhe geschossen. Sie notierten am Donnerstag mit 40,13 Dollar und waren damit insgesamt rund 110 Milliarden Dollar wert. Die IBM-Aktien sind seit ihrem Zwölfmonatstief im Juli 2006 inzwischen dank des guten Geschäftsgangs um 29 Prozent auf 93,47 Dollar gestiegen. Sie sind insgesamt 141 Milliarden Dollar wert und übertrumpften den Gesamtwert der HP-Aktien weiterhin deutlich.

Damit hat der Skandal um die Bespitzelung von HP-Verwaltungsratsmitgliedern und Journalisten auf die HP-Geschäfte und die Kursentwicklung des Unternehmens keinen Einfluss gehabt. Der Skandal hatte zum Rücktritt der Verwaltungsratsvorsitzenden Patricia Dunn und mehrerer HP-Manager geführt. Sie hatten mit der Bespitzelung feststellen wollen, wer Informationen aus Verwaltungsratssitzungen an die Presse weiter gegeben hatte. Die amerikanische Wertpapier- und Börsenbehörde SEC und andere US-Aufsichtsstellen untersuchen das Vorgehen der Gesellschaft.

Hurd glänzte auch mit einer Vervierfachung des Gewinns im Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres dank guter Geschäftsentwicklung in allen Sparten. HP verdiente im Schlussquartal 1,7 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) gegenüber 0,4 Milliarden Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit. Allerdings hatten Restrukturierungskosten in Milliardenhöhe den Gewinn der Vorjahresvergleichszeit gedrückt.

Der Quartalsgewinn je Aktie legte auf 60 (Vorjahresvergleichszeit: 14) Cent zu. Unter Ausklammerung von Sonderfaktoren erhöhte HP den Quartalsgewinn ebenfalls deutlich auf 68 (51) Cent je Aktie. Der Quartalsumsatz stieg um sieben Prozent auf 24,6 Milliarden Dollar.

Der Umsatz in Nord- und Südamerika erhöhte sich dabei um acht Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar, in der Region Europa/Naher Osten/Afrika um sieben Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar und im asiatisch-pazifischen Raum um sechs Prozent auf vier Milliarden Dollar.

HP rechnet für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit einem Umsatz von 24,1 bis 24,3 Milliarden Dollar und mit einem Gewinn von 55 bis 57 Cent je Aktie. Unter Ausklammerung von Sonderfaktoren dürfte der Gewinn je Aktie bei 60 bis 62 Cent liegen. Hurd hob den starken Jahresschluss mit solidem Umsatzanstieg und einer Margenausweitung in allen Schlüsselbereichen hervor. (dpa/tc)